Kei­ne gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung bei der DLRG-Jugendfreizeit

Für die Teil­nah­me an einer Jugend­frei­zeit der Deut­schen Lebens­ret­tungs­ge­sell­schaft besteht kein Unfall­ver­si­che­rungs­schutz, ent­schied jetzt das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem Fall eines 11jährigen Jungen.

Kei­ne gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung bei der DLRG-Jugendfreizeit

Der damals 11jährige Klä­ger war Mit­glied der Deut­schen Lebens­ret­tungs­ge­sell­schaft. Pfings­ten 2006 nahm er an einem von der DLRG orga­ni­sier­ten Zelt­la­ger für Kin­der und Jugend­li­che von 8 bis 14 Jah­ren teil. Dabei erlitt er einen Unfall mit Ver­let­zun­gen an Lip­pe und Gebiss, als ihm eine Mine­ral­was­ser­fla­sche zuge­wor­fen wur­de, die er nicht auf­fan­gen konn­te. Die Unfall­kas­se Rhein­land-Pfalz lehn­te eine Aner­ken­nung des Unfalls als Arbeits­un­fall ab.

Die hier­ge­gen gerich­te­te Kla­ge hat­te vor dem Sozi­al­ge­richt Spey­er zunächst Erfolg. Auf die Beru­fung der Unfall­kas­se hob das Lan­des­so­zi­al­ge­richt das zuspre­chen­de Urteil des Sozi­al­ge­richts Spey­er jedoch wie­der auf.

Zwar ste­hen Per­so­nen, die an Aus­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen in Unter­neh­men zur Hil­fe bei Unglücks­fäl­len wie der DLRG teil­neh­men, unter dem Schutz der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung, so das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz in sei­ner Urteils­be­grün­dung. Bei dem Zelt­la­ger hat es sich jedoch nicht um eine Aus­bil­dungs­ver­an­stal­tung in die­sem Sin­ne, son­dern um eine rei­ne Frei­zeit­ver­an­stal­tung gehan­delt, bei der Spiel- und Spaß­ak­ti­vi­tä­ten wie Nacht­wan­de­run­gen und Lager­feu­er im Vor­der­grund gestan­den haben.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 25. Mai 2009 – L 2 U 25/​08

UPDATE: Gegen das Urteil des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Rhein­land-Pfalz wur­de Revi­si­on zum Bun­des­so­zi­al­ge­richt ein­ge­legt (Az: B 2 U 18/​09 R). Bevor das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hier­über ent­schie­den hat, hat die Unfall­kas­se Rhein­land-Pfalz nach Aus­kunft der DLRG den Kla­ge­an­spruch jedoch aner­kannt, so dass damit das Urteil des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Rhein­land-Pfalz wie auch der gesam­te Rechts­streit sei­ne Erle­di­gung gefun­den hat.