Unfall­ver­si­che­rungs­schutz für Stu­die­ren­de – und der Ski­kurs im Aus­land

Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten an Hoch­schu­len ste­hen grund­sätz­lich auch dann unter dem Schutz der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung, wenn sie an einem von der Uni­ver­si­tät als Hoch­schul­sport ange­bo­te­nen Ski­kurs im Aus­land teil­neh­men.

Unfall­ver­si­che­rungs­schutz für Stu­die­ren­de – und der Ski­kurs im Aus­land

Die gesetz­li­chen Auf­ga­ben der Hoch­schu­len erstre­cken sich neben der Bil­dung und Berufs­vor­be­rei­tung auch auf die För­de­rung der sport­li­chen Betä­ti­gung der Stu­die­ren­den. Des­halb besteht Ver­si­che­rungs­schutz wäh­rend der Teil­nah­me imma­tri­ku­lier­ter Stu­die­ren­der am Hoch­schul­sport, wenn die­ser im orga­ni­sa­to­ri­schen Ver­ant­wor­tungs­be­reich der Hoch­schu­le statt­fin­det.

In dem hier vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt ent­schie­de­nen Fall nahm die Stu­den­tin über Sil­ves­ter 2007/​2008 an einem vom Hoch­schul­sport ihrer Uni­ver­si­tät ange­bo­te­nen und ver­an­stal­te­ten Sport­tou­ren-Kurs in der Schweiz teil, der auch Exter­nen offen­stand. Die Klä­ge­rin beleg­te mit ande­ren mit­ge­reis­ten Stu­die­ren­den einen Ski­kurs für Anfän­ger, der von einem vom Hoch­schul­sport der Uni­ver­si­tät gestell­ten Ski­leh­rer gelei­tet wur­de. Wäh­rend der Teil­nah­me an die­sem Kurs wur­de sie auf der Pis­te von einem Snow­board­fah­rer umge­fah­ren und erlitt Kno­chen­brü­che. Der beklag­te Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger lehn­te die Fest­stel­lung als Arbeits­un­fall ab, weil die Sport­aus­übung nicht inner­halb des orga­ni­sier­ten Übungs­be­triebs wäh­rend fes­ter Zei­ten am Hoch­schul­ort statt­ge­fun­den habe, auch Nicht­stu­die­ren­de hät­ten teil­neh­men kön­nen und der Frei­zeit­cha­rak­ter im Vor­der­grund ste­he.

Wäh­rend das Sozi­al­ge­richt die Kla­ge abge­wie­sen hat, hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len ihr statt­ge­ge­ben. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hat das Urteil des Lan­des­so­zi­al­ge­richts auf­ge­ho­ben und den Rechts­streit an die­ses Gericht zurück­ver­wie­sen:

Ein von der Hoch­schu­le den Stu­die­ren­den ange­bo­te­ner und von Ski­leh­rern des Hoch­schul­sports die­ser Hoch­schu­le durch­ge­führ­ter Ski­kurs steht zwar auch dann unter dem Ver­si­che­rungs­schutz der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung, wenn er im Aus­land statt­fin­det. Vor­aus­set­zung ist jedoch, dass die Teil­nah­me im Wesent­li­chen nur Stu­die­ren­den offen steht. Eine Teil­nah­me an einer Sport­ver­an­stal­tung, die die Hoch­schu­le nicht nur Uni­ver­si­täts­an­ge­hö­ri­gen anbie­tet, son­dern an der unbe­schränkt auch sons­ti­ge Per­so­nen teil­neh­men kön­nen, ist kei­ne ver­si­cher­te Tätig­keit. Denn Zweck der Stu­die­ren­den­ver­si­che­rung nach § 2 Abs 1 Nr 8 Buch­sta­be c SGB VII ist es, die gemein­sa­me sport­li­che Betä­ti­gung der Stu­die­ren­den an der Hoch­schu­le als Teil der Aus- und Fort­bil­dung in den Schutz­be­reich der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung ein­zu­be­zie­hen. Da das Lan­des­so­zi­al­ge­richt zum Teil­neh­mer­kreis des Ski­kur­ses kei­ne aus­rei­chen­den Fest­stel­lun­gen getrof­fen hat­te, wird es die­se nun­mehr nach­zu­ho­len haben.

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 4. Dezem­ber 2014 – B 2 U 13/​13 R