Auf dem Weg zu Arbeit vom eige­nen Hund umge­rannt

Ver­ab­schie­det sich ein Arbeit­neh­mer auf dem Weg zur Arbeit von sei­nem Hund und erlei­det dabei einen Unfall, stellt die Ver­ab­schie­dung vom Hund nur eine uner­heb­li­che und gering­fü­gi­ge Unter­bre­chung des Arbeits­we­ges dar. Der Unfall hat sich daher auf dem unmit­tel­ba­ren Weg zur Arbeit ereig­net.

Auf dem Weg zu Arbeit vom eige­nen Hund umge­rannt

Mit die­ser Begrün­dung hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Sach­sen-Anhalt in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Berufs­ge­nos­sen­schaft eines Ver­si­che­rungs­ver­tre­ters zur Aner­ken­nung eines Arbeits­un­falls ver­pflich­tet. Der Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter ver­ließ mor­gens sein Haus, um mit dem Auto zur Arbeit zu fah­ren. Er pfiff nach sei­nem Hund, der ange­rannt kam und ihn ver­se­hent­lich umstieß. Die Fol­ge war eine Knie­ver­let­zung. Die Berufs­ge­nos­sen­schaft lehn­te die Aner­ken­nung als Arbeits­un­fall ab, weil das Ver­ab­schie­den vom Hund nicht zu dem ver­si­cher­ten Arbeits­weg gehö­re. Dage­gen ist Kla­ge erho­ben wor­den.

Nach Auf­fas­sung des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Sach­sen-Anhalt habe sich der Unfall auf dem unmit­tel­ba­ren Weg zur Arbeit ereig­net. Die Ver­ab­schie­dung vom Hund sei nur eine uner­heb­li­che und gering­fü­gi­ge Unter­bre­chung des Arbeits­wegs gewe­sen. Daher sei ein Arbeits­un­fall anzu­er­ken­nen.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Sach­sen-Anhalt, Urteil vom 16. Mai 2013 – L 6 U 12/​12