Der Insol­venz­ver­wal­ter in der Ein­kom­men­steu­er

Die ein­kom­men­steu­er­li­che Qua­li­fi­zie­rung der Tätig­keit eines Insol­venz­ver­wal­ters – Ein­künf­te aus gewerb­li­cher oder aus selb­stän­di­ger (frei­be­ruf­li­cher oder ver­mö­gens­ver­wal­ten­der) Tätig­keit? – ist immer wie­der Gegen­stand der finanz­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung. In einem jetzt vom Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf ent­schie­de­nen Rechts­streit führ­te der Klä­ger eine Pra­xis als Steu­er­be­ra­ter und ver­ei­dig­ter Buch­prü­fer. Dar­über hin­aus war er als Insol­venz­ver­wal­ter tätig. Sei­nen Gewinn ermit­tel­te der Klä­ger nach § 4 Abs. 3 EStG. In den Streit­jah­ren beschäf­tig­te er 12 bis 13 wei­sungs­ge­bun­de­ne Arbeit­neh­mer, davon nur 5 Arbeit­neh­mer als Voll­zeit­kräf­te. Für den Bereich der Insol­venz­ver­wal­tung waren unstrei­tig zwei Voll­zeit­kräf­te ein­ge­setzt. Der Klä­ger betreu­te Mit­te 2001 mehr als 100 Insol­venz­ver­fah­ren als Insol­venz­ver­wal­ter. Strei­tig war, ob der Klä­ger Ein­künf­te aus Gewer­be­be­trieb oder sol­che aus selb­stän­di­ger Tätig­keit erzielt.

Der Insol­venz­ver­wal­ter in der Ein­kom­men­steu­er

Das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf gab der Kla­ge des Insol­venz­ver­wal­ters statt und folg­te dabei der Recht­spre­chung des BFH, wonach die Tätig­keit von Kon­kurs­ver­wal­tern, Zwangs­ver­wal­tern oder Insol­venz­ver­wal­tern eine ver­mö­gens­ver­wal­ten­de Tätig­keit i.S. des § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG und kei­ne frei­be­ruf­li­che Tätig­keit i.S. des § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG ist. Inso­weit habe sich die Betä­ti­gung als Insol­venz­ver­wal­ter zu einem eige­nen Beruf ent­wi­ckelt 1. Zudem hat­ten die Düs­sel­dor­fer Finanz­rich­ter kei­ne Zwei­fel, dass der Klä­ger sei­ne Leis­tun­gen im Streit­zeit­raum per­sön­lich erbracht hat. In die­ser Zeit hat­te er näm­lich nur einen qua­li­fi­zier­ten Mit­ar­bei­ter beschäf­tigt.

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 18. Novem­ber 2009 – 7 K 3041/​07 G

  1. BVerfG vom 03.08.2004 – 1 BvR 135/​00, 1 BvR 1086/​01, ZIP 2004, 1649; BFH, Beschluss vom 14.07.2008 – VIII B 179/​07, BFH/​NV 2008, 1874[]