Inves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­trag – und der Nach­weis der Inves­ti­ti­ons­ab­sicht bei neu­ge­grün­de­ten Betrie­ben

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat bereits mit Urteil vom 20.06.2012 1 ent­schie­den, dass ‑und war­um- auch im zeit­li­chen Anwen­dungs­be­reich des § 7g EStG i.d.F. des Unter­neh­men­steu­er­re­form­ge­set­zes 2008 2 bei noch zu grün­den­den Betrie­ben stren­ge Maß­stä­be an die Fest­stel­lung der Inves­ti­ti­ons­ab­sicht zu legen sind. Ledig­lich von dem bis­he­ri­gen Erfor­der­nis, bereits bis zum Ende des Wirt­schafts­jah­res, für das der Abzug vor­ge­nom­men wird, eine ver­bind­li­che Bestel­lung vor­ge­nom­men zu haben, hat der Bun­des­fi­nanz­hof Abstand genom­men.

Inves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­trag – und der Nach­weis der Inves­ti­ti­ons­ab­sicht bei neu­ge­grün­de­ten Betrie­ben

Dabei hat der Bun­des­fi­nanz­hof den Sub­ven­ti­ons­cha­rak­ter des Inves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­trags nicht ver­kannt, son­dern ihn viel­mehr sei­nen Aus­füh­run­gen zugrun­de gelegt. Mit sei­nen Hin­wei­sen auf die feh­len­de Plau­si­bi­li­täts­kon­trol­le bei zu grün­den­den Betrie­ben sowie die­je­ni­gen Steu­er­pflich­ti­gen, die gar nicht ernst­haft eine Betriebs­grün­dung beab­sich­ti­gen, hat der Bun­des­fi­nanz­hof kennt­lich gemacht, dass er gera­de dem Zweck des Inves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­tra­ges, Inves­ti­tio­nen zu för­dern ‑dem Sub­ven­ti­ons­zweck- Gel­tung ver­schaf­fen und nicht statt des­sen einer befris­te­ten Ein­kom­men­steu­er­min­de­rung nach Gut­dün­ken des Steu­er­pflich­ti­gen Vor­schub leis­ten will.

Die erhöh­ten Anfor­de­run­gen an den Nach­weis der Inves­ti­ti­ons­ab­sicht bei zu grün­den­den Betrie­ben die­nen somit der Fest­stel­lung, ob über­haupt ein vom Sub­ven­ti­ons­zweck der Vor­schrift gedeck­ter Tat­be­stand vor­liegt. Das ist nur dann der Fall, wenn der Betrieb, der angeb­lich gegrün­det wer­den soll, auch tat­säch­lich gegrün­det wer­den soll, und es nicht etwa dem Steu­er­pflich­ti­gen ledig­lich dar­um geht, die Steu­er­last für eine gewis­se Zeit zu min­dern. Wenn eine Sub­ven­ti­ons­norm die­ses Ergeb­nis zei­tig­te, läge viel­mehr ein Fehl­an­reiz vor. Folg­lich müs­sen Fest­stel­lun­gen dazu getrof­fen wer­den, ob tat­säch­lich eine Betriebs­grün­dung beab­sich­tigt ist. Wenn hier­für die schlich­te Behaup­tung des Steu­er­pflich­ti­gen genüg­te, wäre dies in Wahr­heit die mit dem Geset­zes­zweck nicht zu ver­ein­ba­ren­de Steu­er­min­de­rung nach Gut­dün­ken.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 2. Sep­tem­ber 2014 – X B 10/​14

  1. BFH, Urteil vom 20.06.2012 – X R 42/​11, BFHE 237, 377, BSt­Bl II 2013, 719, unter II. 2.a; eben­so BFH, Urteil vom 20.06.2012 – X R 20/​11, BFH/​NV 2012, 1778[]
  2. vom 14.08.2007, BGBl I 2007, 1912[]