Wech­sel­kurs und Fremd­wäh­rungs­ver­bind­lich­kei­ten

Bei Fremd­wäh­rungs­ver­bind­lich­kei­ten, die eine Rest­lauf­zeit von ca. zehn Jah­ren haben, ist nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs wegen eines Kurs­an­stieg der Fremd­wäh­rung grund­sätz­lich kei­ne gewinn­min­dern­de Teil­wert­zu­schrei­bung gerecht­fer­tigt.

Wech­sel­kurs und Fremd­wäh­rungs­ver­bind­lich­kei­ten

Eine Teil­wert­ab­schrei­bung von Wirt­schafts­gü­tern oder eine Teil­wert­zu­schrei­bung von Ver­bind­lich­kei­ten ist seit 1999 nur bei einer "vor­aus­sicht­lich dau­ern­den" Wert­än­de­rung zuläs­sig. Die hier­für erfor­der­li­che Pro­gno­se muss sich an der Eigen­art des jewei­li­gen Wirt­schafts­gu­tes ori­en­tie­ren.

Ob bei Fremd­wäh­rungs­ver­bind­lich­kei­ten eine Ver­än­de­rung des Wäh­rungs­kur­ses zum Bilanz­stich­tag eine vor­aus­sicht­lich dau­er­haf­te Teil­wert­erhö­hung ist, hängt maß­geb­lich von der Lauf­zeit der Ver­bind­lich­keit ab. Bei Fremd­wäh­rungs­ver­bind­lich­kei­ten, die wie im Streit­fall ein Schiffs­hy­po­the­ken­dar­le­hen in japa­ni­schen Yen eine Rest­lauf­zeit von ca. zehn Jah­ren haben, ist davon aus­zu­ge­hen, dass sich Wäh­rungs­schwan­kun­gen grund­sätz­lich aus­glei­chen und daher nur vor­über­ge­hen­de Wert­än­de­run­gen sind.

Für bör­sen­no­tier­te Akti­en, die als Finanz­an­la­ge gehal­ten wer­den, hat­te der BFH zwar im Sep­tem­ber ent­schie­den, dass eine Teil­wert­ab­schrei­bung bereits dann zuläs­sig ist, wenn der Bör­sen­kurs zum Bilanz­stich­tag unter die Anschaf­fungs­kos­ten gesun­ken ist und kei­ne kon­kre­ten Anhalts­punk­te für ein als­bal­di­ges Anstei­gen vor­lie­gen. Im Gegen­satz zu Akti­en haben aber Ver­bind­lich­kei­ten, über die der BFH jetzt zu ent­schei­den hat­te, in der Regel eine bestimm­te Lauf­zeit, die für die Pro­gno­se zu berück­sich­ti­gen ist.

Ob bei Fremd­wäh­rungs­ver­bind­lich­kei­ten eine Ver­än­de­rung des Wäh­rungs­kur­ses zum Bilanz­stich­tag eine vor­aus­sicht­lich dau­er­haf­te Teil­wert­erhö­hung ist, hängt maß­geb­lich von der Lauf­zeit der Ver­bind­lich­keit ab.

Bei Fremd­wäh­rungs­ver­bind­lich­kei­ten, die eine Rest­lauf­zeit von ca. zehn Jah­ren haben, begrün­det ein Kurs­an­stieg der Fremd­wäh­rung grund­sätz­lich kei­ne vor­aus­sicht­lich dau­ern­de Teil­wert­erhö­hung. In die­sen Fäl­len ist davon aus­zu­ge­hen, dass sich Wäh­rungs­schwan­kun­gen in der Regel aus­glei­chen.

Eine Rück­la­ge nach § 52 Abs. 16 Satz 8 EStG darf nicht dafür gebil­det wer­den, dass im Jahr 1999 eine nur vor­über­ge­hen­de Teil­wert­erhö­hung einer Ver­bind­lich­keit auf­grund der Neu­fas­sung des § 6 Abs. 1 EStG nicht mehr zu einer –gewinn­min­dern­den– Höher­be­wer­tung berech­tigt.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 23. April 2009 – IV R 62/​06