Wert­be­rich­ti­gung bei not­lei­den­den Dar­lehns­for­de­run­gen

Eine Bank hat­te For­de­run­gen aus Kre­dit­ver­trä­gen, die sie wegen Zah­lungs­un­fä­hig­keit der Kre­dit­neh­mer gekün­digt hat­te und hin­sicht­lich derer ledig­lich noch Aus­sicht auf die Ver­wer­tung der über­las­se­nen Bank­si­cher­hei­ten bestand, in ihren Bilan­zen aus Grün­den der kauf­män­ni­schen Vor­sicht abwei­chend von den Nenn­wer­ten auf nied­ri­ge­re Wer­te berich­tigt. Sie redu­zier­te den For­de­rungs­be­trag auf den noch zu erwar­ten­den Erlös aus der Ver­wer­tung der Sicher­hei­ten und kürz­te die­sen Betrag durch Abzin­sung noch­mals im Hin­blick dar­auf, dass mit der Sicher­hei­ten­ver­wer­tung erst in gerau­mer Zeit gerech­net wer­den konn­te. Der Bun­des­fi­nanz­hof hat jetzt ent­schie­den, dass sowohl die Wert­be­rich­ti­gung als auch die Abzin­sung gerecht­fer­tigt sind. Er ver­weist dar­auf, dass es für den bei der Wert­be­rich­ti­gung anzu­set­zen­den Betrag dar­auf ankommt, was ein mög­li­cher Erwer­ber für die For­de­run­gen noch zu zah­len bereit wäre und dass ein Erwer­ber auch den bis zur Rea­li­sie­rung der For­de­run­gen noch ver­ge­hen­den Zeit­raum als preis­min­dern­den Fak­tor anse­hen wür­de. Zugleich hat der BFH deut­lich gemacht, dass die geschil­der­te Art der Wert­be­rich­tung nicht unter­schieds­los auch auf sol­che not­lei­den­den Kre­dit­enga­ge­ments über­tra­gen wer­den kann, die nicht gekün­digt sind und bei denen die Bank zumin­dest noch mit Teil­zah­lun­gen der Schuld­ner auf das Dar­le­hens­ka­pi­tal oder die Zins­for­de­rung rech­nen kann.

Wert­be­rich­ti­gung bei not­lei­den­den Dar­lehns­for­de­run­gen

1. Im Rah­men der Teil­wert­ab­schrei­bung ist eine For­de­rung aus einem gekün­dig­ten Bank­dar­le­hen, bei dem wegen feh­len­der Sol­venz des Schuld­ners nur noch mit dem Ein­gang des den nomi­na­len For­de­rungs­be­trag unter­schrei­ten­den Erlö­ses aus der Sicher­hei­ten­ver­wer­tung und nicht mehr mit Zins­zah­lun­gen gerech­net wer­den kann, auf den Betrag des zu erwar­ten­den Erlö­ses zu redu­zie­ren und auf den Zeit­punkt abzu­zin­sen, zu dem mit dem Ein­gang des Erlö­ses zu rech­nen ist.

2. Bei ledig­lich ein­ge­schränk­ter Sol­venz des Schuld­ners eines unge­kün­dig­ten Dar­le­hens hän­gen Mög­lich­keit und Höhe einer Abzin­sung der Dar­le­hens­for­de­rung vom Umfang der noch zu erwar­ten­den Teil­leis­tun­gen auf die For­de­rung ab.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 24.10.06 – I R 2/​06