Der Mar­der­be­fall als außer­ge­wöhn­li­che Belastung

Die Kos­ten einer umfang­rei­chen Dach­sa­nie­rung kön­nen nicht als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung beim Finanz­amt gel­tend gemacht wer­den, wenn eine kon­kre­te Gesund­heits­ge­fähr­dung wegen Mar­der­be­fall nicht nach­ge­wie­sen wer­den kann.

Der Mar­der­be­fall als außer­ge­wöhn­li­che Belastung

Mit die­ser Begrün­dung hat das Finanz­ge­richt Ham­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall die außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung nicht aner­kannt. 2002 hat­ten die Klä­ger ein Eigen­heim erwor­ben, in dem sie seit 2004 im Dach­ge­schoss mit Mar­der­be­fall zu kämp­fen hat­ten. Durch punk­tu­el­le Maß­nah­men in den Fol­ge­jah­ren sind die Mar­der aber nicht nach­hal­tig ver­trie­ben wor­den. Im Streit­jahr 2015 nah­men die Klä­ger schließ­lich eine umfang­rei­che Dach­sa­nie­rung vor, deren Kos­ten sie in Höhe von 45.000 € als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung gel­tend mach­ten. Die Klä­ger berie­fen sich dar­auf, dass eine kon­kre­te Gesund­heits­ge­fähr­dung bestan­den habe und der Geruch unzu­mut­bar gewe­sen sei, im Dach habe sich eine regel­rech­te Mar­der­kloa­ke (sie­ben sog. Mar­der­toi­let­ten) befunden.

Das Finanz­ge­richt Ham­burg hat in sei­ner Urteils­be­grün­dung aus­ge­führt, dass die Klä­ger nicht nach­ge­wie­sen hät­ten, dass im Streit­jahr eine hin­rei­chend kon­kre­te Gesund­heits­ge­fähr­dung bestan­den habe. Einer Beweis­auf­nah­me bedür­fe es im Übri­gen nicht, weil es selbst bei unter­stell­ter Gesund­heits­ge­fähr­dung und unzu­mut­ba­rer Geruchs­be­läs­ti­gung an der erfor­der­li­chen Zwangs­läu­fig­keit der Auf­wen­dun­gen feh­le. Die Dach­de­ckung habe schon ab 2004 so geän­dert wer­den kön­nen, dass Mar­der sicher hät­ten aus­ge­schlos­sen wer­den kön­nen. Aller­dings wäre eine der­ar­ti­ge Prä­ven­tiv­maß­nah­me zu die­sem Zeit­punkt eben­falls nicht als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung abzugs­fä­hig gewe­sen. Fer­ner hät­te der Mar­der­be­fall durch vor­beu­gen­de Maß­nah­men wie eng getak­te­te Kon­troll- und Ver­grä­mungs­maß­nah­men ver­hin­dert wer­den können.

Finanz­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 21. Febru­ar 2020 – 3 K 28/​19 [1]

  1. BFH IV B 41/​20[]