Frei­be­ruf­li­che Kunst­ma­ler und ihr Betriebs­ver­mö­gen

Die Höhe der Erb­schaft­steu­er rich­tet sich nach der Höhe des geerb­ten Ver­mö­gens. Doch dabei ist Ver­mö­gen nicht gleich Ver­mö­gen. Für Betriebs­ver­mö­gen etwa sieht § 13a ErbStG, eine schlicht und ein­fach for­mu­lier­te Vor­schrift mit nur 1321 Wör­tern, einen von der Erb­schaft­steu­er frei­ge­stell­ten Frei­be­trag vor.

Frei­be­ruf­li­che Kunst­ma­ler und ihr Betriebs­ver­mö­gen

Betriebs­ver­mö­gen ist grund­sätz­lich das, was für den Betrieb des Unter­neh­mens erfor­der­lich ist. Aber was ist mit dem Betriebs­ver­mö­gen, wenn der Betrieb höchst­per­sön­li­cher Natur war und von den Erben nicht fort­ge­setzt wer­den kann? Dies hat der Bun­des­fi­nanz­hof nun für die Erb­schaft eines ver­stor­be­nen Kunst­ma­lers ent­schie­den:

Die Eigen­schaft als Betriebs­ver­mö­gen i.S. des § 13a Abs. 1 und 4 ErbStG a.F. geht nach dem Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs nicht allein des­halb ver­lo­ren, weil die künst­le­ri­sche Tätig­keit auf­grund ihrer höchst­per­sön­li­chen Natur von den Erben nicht fort­ge­setzt wer­den kann.

Ist bei einem Rechts­streit über die Recht­mä­ßig­keit der Ver­sa­gung des Frei­be­trags nach § 13a Abs. 1 ErbStG a.F. das Finanz­ge­richt der Ansicht, die Vor­aus­set­zun­gen für die Gewäh­rung des Frei­be­trags sei­en zunächst erfüllt gewe­sen, hat es bei Vor­lie­gen ent­spre­chen­der Anhalts­punk­te zu prü­fen, ob der Frei­be­trag gemäß § 13a Abs. 5 ErbStG a.F. ganz oder teil­wei­se mit Wir­kung für die Ver­gan­gen­heit weg­ge­fal­len ist.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 27. Mai 2009 – II R 53/​07