Kal­ku­la­tio­nen des Betriebs­prü­fers – und ihre Über­las­sung in elek­tro­ni­scher Form

Ein Steu­er­pflich­ti­ger hat kei­nen Anspruch auf Über­las­sung von Kal­ku­la­tio­nen des Betriebs­prü­fers in elek­tro­ni­scher Form. Eine Vor­la­ge in Papier­form ist aus­rei­chend.

Kal­ku­la­tio­nen des Betriebs­prü­fers – und ihre Über­las­sung in elek­tro­ni­scher Form

Aus der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ergibt sich, dass ein Anspruch auf Über­las­sung von Kal­ku­la­tio­nen des Betriebs­prü­fers grund­sätz­lich besteht. So hat der Bun­des­fi­nanz­hof schon für "klas­si­sche" Kal­ku­la­tio­nen in Papier­form ent­schie­den, dass sowohl die Kal­ku­la­ti­ons­grund­la­gen als auch die Ergeb­nis­se der Kal­ku­la­ti­on sowie die Ermitt­lun­gen, die zu die­sen Ergeb­nis­sen geführt haben, offen­ge­legt wer­den müs­sen1. In sei­ner Ent­schei­dung zum Zeit­rei­hen­ver­gleich hat der Bun­des­fi­nanz­hof dar­über hin­aus aus­ge­führt, dass auch die spe­zi­fi­schen "Daten", auf denen der Zeit­rei­hen­ver­gleich basie­re, offen­ge­legt wer­den müs­sen2. Die Klä­ge­rin legt in ihrer Beschwer­de­be­grün­dung die­se Rechts­grund­sät­ze zutref­fend dar, äußert sich indes nicht dazu, inwie­weit sie umstrit­ten sein soll­ten. Dies wäre aber zur Dar­le­gung einer grund­sätz­li­chen Bedeu­tung der Rechts­sa­che erfor­der­lich gewe­sen.

Auch die Finanz­ver­wal­tung ver­tritt letzt­lich kei­ne grund­le­gend ande­re Auf­fas­sung3. Hier­nach hat eine Finanz­be­hör­de Betei­lig­ten auf Antrag Aus­kunft über die zu ihrer Per­son gespei­cher­ten Daten zu ertei­len, wenn sie ein berech­tig­tes Inter­es­se dar­le­gen und kei­ne Grün­de für eine Aus­kunfts­ver­wei­ge­rung vor­lie­gen. Die Aus­kunft kann nach pflicht­ge­mä­ßem Ermes­sen der Finanz­be­hör­de schrift­lich, elek­tro­nisch, münd­lich oder durch Gewäh­rung von Akten­ein­sicht erteilt wer­den. Danach geht auch die Finanz­ver­wal­tung grund­sätz­lich vom Bestehen eines Aus­kunfts­an­spruchs aus, der nach pflicht­ge­mä­ßem Ermes­sen zudem in elek­tro­ni­scher Form zu erfül­len sein kann.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 25. Juli 2016 – X B 213/​15, X B 4/​16

  1. vgl. BFH, Urtei­le vom 31.07.1974 – I R 216/​72, BFHE 113, 400, BSt­Bl II 1975, 96, unter 2.b; und vom 17.11.1981 – VIII R 174/​77, BFHE 135, 11, BSt­Bl II 1982, 430, unter 4.c []
  2. BFH, Urteil vom 25.03.2015 – X R 20/​13, BFHE 249, 390, BSt­Bl II 2015, 743, Rz 49 []
  3. BMF, Schrei­ben vom 17.12 2008, BSt­Bl I 2009, 6 []