Sal­die­rung mate­ri­el­ler Feh­ler

Ein sal­die­rungs­fä­hi­ger mate­ri­el­ler Feh­ler i.S. des § 177 Abs. 3 AO 1977 ist auch dann gege­ben, wenn das Finanz­amt einen Grund­la­gen­be­scheid nicht recht­zei­tig aus­ge­wer­tet hat und daher durch die Vor­schrif­ten über die Fest­set­zungs­ver­jäh­rung an einer Aus­wer­tung gehin­dert ist.

Sal­die­rung mate­ri­el­ler Feh­ler

Zur Ermitt­lung des Umfangs des Sal­die­rungs­rah­mens i.S. des § 177 AO 1977 ist nicht allein auf den zu erlas­sen­den Ände­rungs­be­scheid abzu­stel­len. Viel­mehr sind auch alle Ände­run­gen her­an­zu­zie­hen, die auf­grund der Anwen­dung selb­stän­di­ger Kor­rek­tur­vor­schrif­ten zuguns­ten und zulas­ten des Steu­er­pflich­ti­gen in den­je­ni­gen Beschei­den vor­ge­nom­men wor­den sind, die dem zu erlas­sen­den Ände­rungs­be­scheid vor­an­ge­gan­gen, aber nicht for­mell bestands­kräf­tig gewor­den sind.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 9. August 2006 – II R 24/​05