Wider­stands­fuß­bo­den­hei­zung

Eine Wider­stands­fuß­bo­den­hei­zung ist nach dem Strom­steu­er­ge­setz steu­er­be­güns­tigt. Bei einer Wider­stands­fuß­bo­den­hei­zung ist daher der ermä­ßig­te Steu­er­satz nach dem Strom­steu­er­ge­setz (Strom­StG) anzu­wen­den.

Wider­stands­fuß­bo­den­hei­zung

Dies geht aus einem Urteil des Finanz­ge­richts Rhein­land-Pfalz her­vor. Die Klä­ge­rin, ein kom­mu­na­ler Ener­gie­ver­sor­ger, betreibt kom­mu­na­le Ein­rich­tun­gen und beheizt die eige­nen Büro­räu­me mit einer elek­tri­schen Wider­stands­fuß­bo­den­hei­zung. Den Strom­ver­brauch hat­te sie ? die Klä­ge­rin ? nach dem ermä­ßig­ten Steu­er­satz für Nacht­spei­cher­hei­zun­gen ver­steu­ert. Bei der Durch­füh­rung einer Außen­prü­fung kam der Betriebs­prü­fer zu der Ansicht, es sei der Regel­steu­er­satz nach dem Strom­StG anzu­wen­den. Dem folg­te das zustän­di­ge Haupt­zoll­amt und erhob mit Steu­er­be­scheid vom 14. Febru­ar 2002 die Strom­steu­er ent­spre­chend nach (= 16.024,40 ?). Das wur­de damit begrün­det, die Wider­stands­fuß­bo­den­hei­zung der Klä­ge­rin wür­de nicht zu den pri­vi­le­gier­ten Nacht­spei­cher­hei­zun­gen gehö­ren, da das Merk­mal der Wär­me­spei­che­rung nicht erfüllt sei. Der Est­rich fun­gie­re nicht als Spei­cher­me­di­um. Eine Wider­stands­fuß­bo­den­hei­zung sei daher eher den nicht begüns­tig­ten Direkt­hei­zun­gen zuzu­ord­nen.

Mit ihrer Kla­ge hat­te die Klä­ge­rin u.a. vor­ge­tra­gen, bei ihrer Wider­stands­fuß­bo­den­hei­zung wür­den die Vor­aus­set­zun­gen für eine Steu­er­be­güns­ti­gung wie bei einer ande­ren Nacht­spei­cher­hei­zung vor­lie­gen, weil die­se eine abschalt­ba­re, gesteu­er­te Hei­zung sei, die wäh­rend der Schwach­last­stun­den elek­tri­sche Ener­gie bezie­he, die­se in Wär­me umwan­de­le und spei­che­re. Die im Est­rich gespei­cher­te Wär­me wür­de dann tags­über wie­der ent­nom­men.

Die Kla­ge war inso­weit erfolg­reich.

Das FG Rhein­land-Pfalz führ­te u.a. aus, die Wider­stands­fuß­bo­den­hei­zung der Klä­ge­rin erfül­le die not­wen­di­gen Vor­aus­set­zun­gen für die Inan­spruch­nah­me der Steu­er­be­güns­ti­gung. Die Strom­ent­nah­me aus dem Strom­netz erfol­ge wäh­rend der Schwach­last­pha­se, die Wär­me­ab­ga­be hin­ge­gen tags­über. Die nachts erzeug­te Wär­me wer­de auch gespei­chert, d.h. die Wär­me­ab­ga­be bis zum Tag hin­aus­ge­zö­gert. Auch bei einer kon­ven­tio­nel­len Nacht­spei­cher­hei­zung sei der Nut­zer in sei­ner Ent­schei­dung über die Wär­me­ab­ga­be nicht frei, son­dern inso­weit ein­ge­schränkt, als sich die Abga­be einer gewis­sen ?Grund?-Wärmemenge nicht unter­bin­den und sich die Wär­me­ab­ga­be nicht belie­big stei­gern las­se. Schließ­lich zei­ge die Neu­re­ge­lung der Steu­er­ermä­ßi­gung durch das Gesetz zur Fort­füh­rung der öko­lo­gi­schen Steu­er­re­form (Dez. 1999), dass auch die Inan­spruch­nah­me der Steu­er­ermä­ßi­gung durch gewerb­li­che Nut­zer vom Gesetz aus­drück­lich vor­ge­se­hen sei. Daher tref­fe die Auf­fas­sung zu, dass zu den Nacht­spei­cher­hei­zun­gen i.S. der Strom­StVer­ord­nung auch Wider­stands­fuß­bo­den­hei­zun­gen gehör­ten.

Finanz­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 7. März 2006 – 6 K 1346/​03 Z