Revi­si­on der Wege­kos­ten­richt­li­nie für eine höhe­re LKW-Maut

Das Euro­päi­sche Par­la­ment hat der Revi­si­on der Wege­kos­ten­richt­li­nie zuge­stimmt. Die­se Revi­si­on eröff­net den EU-Mit­glied­staa­ten die Mög­lich­keit, Kos­ten für Luft­ver­schmut­zung und Lärm zusätz­lich zu den Stra­ßen­nut­zungs­ge­büh­ren in den LKW-Maut­preis ein­zu­be­zie­hen. Die jetzt vom Euro­päi­schen Par­la­ment ver­ab­schie­de­ten Maut­re­geln sol­len über­dies gewähr­leis­ten, dass die Ein­künf­te der Finan­zie­rung für leis­tungs­fä­hi­ge­rer und umwelt­ver­träg­li­cher Trans­port­sys­te­me ver­wen­det wer­den. Damit bie­tet die Wege­kos­ten­richt­li­nie den Mit­glied­staa­ten erst­mals die Mög­lich­keit, exter­ne Kos­ten im Stra­ßen­gü­ter­ver­kehr nach dem Ver­ur­sa­cher­prin­zip zu ver­rech­nen.

Revi­si­on der Wege­kos­ten­richt­li­nie für eine höhe­re LKW-Maut

Im Durch­schnitt könn­te der Auf­preis auf bis­lang gel­ten­de Maut­ge­büh­ren für die Stra­ßen­nut­zung im Schnitt rund 3 bis 4 Cents pro Fahr­zeug­ki­lo­me­ter betra­gen, um Kos­ten der Umwelt­be­las­tung durch Lärm und Luft­ver­schmut­zung abzu­de­cken. Der Anwen­dungs­be­reich der Richt­li­nie erstreckt sich fort­an über alle EU-Auto­bahn­net­ze und gilt für Fahr­zeu­ge ab 3,5 t. Mit­glied­staa­ten, die Maut­ge­büh­ren erst ab 12 t ein­he­ben wol­len, dür­fen dies auch nach den neu­en Vor­ga­ben, müs­sen die Aus­nah­me jedoch der Kom­mis­si­on gegen­über begrün­den.

Zweck­bin­dung

Im Gegen­zug ver­pflich­ten sich die EU-Mit­glied­staa­ten, 15% ihrer Maut­ein­nah­men in den Aus­bau der trans­eu­ro­päi­schen Ver­kehrs­net­ze (TEN‑V) zu inves­tie­ren. Der Rest soll­te der Min­de­rung der nega­ti­ven Umwelt­aus­wir­kun­gen des Güter­schwer­ver­kehrs und der Finan­zie­rung nach­hal­ti­ger, effi­zi­en­ter und siche­rer Ver­kehrs­sys­te­me die­nen. Dazu zäh­len auch siche­re Park­plät­ze für LKW. Die von den Par­la­men­ta­ri­ern in der Richt­li­nie ver­an­ker­te regel­mä­ßi­ge Berichts­pflicht der Mit­glied­staa­ten an die Kom­mis­si­on soll für Trans­pa­renz und eine öffent­li­che Debat­te über natio­na­le Maut­ein­nah­men und die Ver­wen­dung der Gel­der sor­gen.

Flot­ten­er­neue­rung

LKW mit emis­si­ons­ar­men Moto­ren der Klas­se EURO V sind bis Ende 2013, jene der Klas­se EURO VI bis Ende 2017 von der Anrech­nung exter­ner Kos­ten der Luft­ver­schmut­zung aus­ge­nom­men. In sen­si­blen und Berg­zo­nen ist auch wei­ter­hin ein Maut­auf­schlag von bis zu 25% erlaubt, der zusätz­lich zu den exter­nen Kos­ten für die EURO Klas­sen 0‑II und ab 2015 auch für Euro III ange­rech­net wer­den darf.

Stau­zei­ten mei­den – Zeit­ge­steu­er­te Maut-Tari­fe

Eine ein­kom­mens­neu­tra­le Lösung wur­de vom Par­la­ment zum Zwe­cke bes­se­ren Manage­ments der Ver­kehrs­strö­me in stau­an­fäl­li­gen Zonen ange­nom­men. Dem­nach kön­nen wäh­rend maxi­mal fünf Stun­den pro Tag erhöh­te Tari­fe von bis zu 175 % ver­rech­net wer­den, die den Rest der Zeit durch nied­ri­ge­re Maut­ge­büh­ren aus­ge­gli­chen wer­den. Ein von der Kom­mis­si­on zu erstel­len­des Hand­buch mit Tari­fen und Anwen­dungs­zei­ten aller Maut­stre­cken der EU soll Trans­port­un­ter­neh­men eine kos­ten­güns­ti­ge und umwelt­scho­nen­de Zeit- und Rou­ten­plä­ne erleich­tern.

Der jetzt vom Euro­päi­schen Par­la­ment ange­nomm­me­nen "Eurovignette"-Richtlinie muss nun noch der Minis­ter­rat zustim­men, was aller­dings nur eine For­ma­lie sein soll­te, da der Richt­li­ni­en­text im Vor­feld zwi­schen Euro­päi­schen Par­la­ment und Rat abge­stimmt wur­de.