All­ge­mei­ne Mil­de­rungs­grün­de, ver­typ­te Mil­de­rungs­grün­de – und das Geständ­nis

Tref­fen all­ge­mei­ne Mil­de­rungs­grün­de und ein ver­typ­ter Mil­de­rungs­grund zusam­men, ist zunächst zu prü­fen, ob allein die all­ge­mei­nen Mil­de­rungs­grün­de zur Annah­me eines min­der schwe­ren Falls füh­ren, da der ver­typ­te Mil­de­rungs­grund dann für eine Straf­rah­men­mil­de­rung nach § 49 StGB noch nicht ver­braucht ist.

All­ge­mei­ne Mil­de­rungs­grün­de, ver­typ­te Mil­de­rungs­grün­de – und das Geständ­nis

Erst wenn nach einer Abwä­gung aller all­ge­mei­nen Straf­zu­mes­sungs­tat­sa­chen das Vor­lie­gen eines min­der schwe­ren Fal­les abzu­leh­nen ist, ist bei der wei­ter gehen­den Prü­fung, ob der mil­de­re Son­der­straf­rah­men zur Anwen­dung kommt, der gesetz­lich ver­typ­te Straf­mil­de­rungs­grund zusätz­lich her­an­zu­zie­hen [1].

Der Umstand, dass das Geständ­nis des Ange­klag­ten erst bei der kon­kre­ten Straf­zu­mes­sung Berück­sich­ti­gung gefun­den hat, lässt besor­gen, dass eine Prü­fung der Fra­ge, ob bereits nach Abwä­gung aller all­ge­mei­nen Straf­zu­mes­sungs­tat­sa­chen ein min­der schwe­rer Fall zu beja­hen ist, nicht statt­ge­fun­den hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Juni 2015 – 4 StR 215/​15

  1. BGH, Beschluss vom 08.07.2014 – 3 StR 287/​14, Rn. 13; Beschluss vom 09.06.2011 – 2 StR 143/​11, Rn. 4 mwN[]