Auf­klä­rungs­rü­ge – und kein Beweis­an­trag

Der Umstand, dass ein ent­spre­chen­der Beweis­an­trag in der Haupt­ver­hand­lung nicht gestellt wor­den ist, dem Erfolg einer Auf­klä­rungs­rü­ge nicht im Weg.

Auf­klä­rungs­rü­ge – und kein Beweis­an­trag

Die Auf­klä­rungs­pflicht des Gerichts besteht grund­sätz­lich unab­hän­gig vom Pro­zess­ver­hal­ten der Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten, die Rüge einer Ver­let­zung der Auf­klä­rungs­pflicht kann des­halb nicht dar­an schei­tern, dass der Beschwer­de­füh­rer die ver­miss­te Auf­klä­rung in der Haupt­ver­hand­lung nicht ver­langt hat 1.

Dies gilt ins­be­son­de­re dann, wenn sich das Erfor­der­nis wei­te­rer Sach­auf­klä­rung – wie hier dar­ge­legt – schon aus Umstän­den ergibt, die vom Vor­brin­gen der Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten unab­hän­gig ist 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Juli 2016 – 2 StR 116/​16

  1. BGH NStZ-RR 2002, 145[]
  2. vgl. Krehl, KK-StPO, 7. Aufl., § 244 Rn. 32; s. wohl auch Becker, LR-StPO, 26. Aufl., § 244 Rn. 362, dazu Fn. 1777[]