Der Dea­ler mit der Schreck­schuss­pis­to­le

Gas- und Schreck­schuss­waf­fen sind nur dann Schuss­waf­fen im Sin­ne des § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG, wenn nach deren Bau­art der Explo­si­ons­druck beim Abfeu­ern der Muni­ti­on nach vor­ne durch den Lauf aus­tritt.

Der Dea­ler mit der Schreck­schuss­pis­to­le

Hier­zu hat der Tatrich­ter regel­mä­ßig beson­de­re Fest­stel­lun­gen zu tref­fen, da die­se tech­ni­sche Eigen­schaft nicht als selbst­ver­ständ­lich vor­aus­ge­setzt wer­den kann [1].

Im hier ent­schie­de­nen Fall ver­wahr­ten die Ange­klag­te und ihr geson­dert ver­folg­ter Lebens­ge­fähr­te nach den Fest­stel­lun­gen im land­ge­richt­li­chen Urteil eine funk­ti­ons­fä­hi­ge Gas­pis­to­le der Mar­ke „Reck“ zusam­men mit fünf CS-Reiz­gas-Patro­nen griff­be­reit in ihrer Woh­nung, aus der her­aus sie die zum gewinn­brin­gen­den Wei­ter­ver­kauf bestimm­ten Betäu­bungs­mit­tel an Kon­su­men­ten über­ga­ben. Hier­aus ergibt sich zwar nicht aus­drück­lich, jedoch noch hin­rei­chend auf­grund der mit­ge­teil­ten nähe­ren Umschrei­bung, dass es sich um eine Schreck­schuss­waf­fe han­del­te, bei der der Explo­si­ons­druck nach vorn aus­tritt, das Tat­be­stands­merk­mal der Waf­fe im Sin­ne von § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG dem­nach erfüllt ist [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Janu­ar 2016 – 4 StR 528/​15

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 09.02.2010 – 3 StR 17/​10, NStZ 2010, 390; Beschluss vom 15.02.2011 – 3 StR 8/​11[]
  2. vgl. dazu auch BGH, Urteil vom 05.05.2011 – 3 StR 57/​11, BGHR StGB § 250 Abs. 2 Nr. 1 Waf­fe 3; Beschluss vom 11.11.2014 – 3 StR 451/​14, NStZ-RR 2015, 77[]