Der Eigen­kon­sum des Mit-Dea­lers

Bei der recht­li­chen Bewer­tung des Erwerbs einer Betäu­bungs­mit­tel­men­ge, die teils zum gewinn­brin­gen­den Wei­ter­ver­kauf, teils zum Eigen­kon­sum bestimmt ist, ist nach der unter­schied­li­chen Zweck­be­stim­mung der Teil­men­gen zu dif­fe­ren­zie­ren.

Der Eigen­kon­sum des Mit-Dea­lers

Wäh­rend der Ankauf der zum gewinn­brin­gen­den Absatz vor­ge­se­he­nen Betäu­bungs­mit­tel ein Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln (in nicht gerin­ger Men­ge) dar­stellt (§ 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 oder § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG), ist der Ankauf der zum Eigen­kon­sum gedach­ten Teil­men­ge als tat­ein­heit­li­cher Erwerb von Betäu­bungs­mit­teln (§ 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BtMG) oder, so es sich inso­weit um eine nicht gerin­ge Men­ge han­delt, als Besitz von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge gemäß § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG zu bewer­ten 1.

Bei einem Mit­tä­ter ist die­sem jedoch die gesam­te Han­dels­men­ge des ande­ren Mit­tä­ters nach § 25 Abs. 2 StGB zuzu­rech­nen 2. Die­se kön­nen auch die­se selbst ver­brauch­ten Teil­men­gen umfas­sen, etwa wenn er die­se als Ent­loh­nung für sei­nen Tat­bei­trag zum Eigen­kon­sum erhal­ten hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Novem­ber 2016 – 3 StR 384/​16

  1. st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Beschlüs­se vom 21.04.2005 – 3 StR 112/​05, NStZ 2006, 173 f.; vom 19.09.2001 – 3 StR 268/​01, BGHR BtMG § 29 Abs. 1 Nr. 1 Kon­kur­ren­zen 5[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 09.10.2002 – 1 StR 137/​02, NStZ-RR 2003, 57 f.; vom 04.09.1996 – 2 StR 299/​96, NStZ-RR 1997, 121[]