Die ange­klag­te Tat

Eine Tat im Sin­ne des § 264 StPO ist der geschicht­li­che und damit zeit­lich und sach­ver­halt­lich begrenz­te Vor­gang, auf wel­chen Ankla­ge und Eröff­nungs­be­schluss hin­wei­sen und inner­halb des­sen der Ange­klag­te als Täter oder Teil­neh­mer einen Straf­tat­be­stand ver­wirk­licht haben soll.

Die ange­klag­te Tat

Zur pro­zes­sua­len Tat gehört das gesam­te Ver­hal­ten des Täters, soweit es mit dem durch die Ankla­ge bezeich­ne­ten geschicht­li­chen Vor­komm­nis nach der Ver­kehrs­auf­fas­sung einen ein­heit­li­chen Vor­gang dar­stellt.

Dies ist der Fall, wenn die ein­zel­nen Hand­lun­gen oder Ereig­nis­se unter Berück­sich­ti­gung ihrer straf­recht­li­chen Bedeu­tung nicht nur äußer­lich inein­an­der über­ge­hen, son­dern sach­lich so mit­ein­an­der ver­knüpft sind, dass ihre getrenn­te Wür­di­gung und Abur­tei­lung als unna­tür­li­che Auf­spal­tung eines ein­heit­li­chen Lebens­vor­gangs emp­fun­den wür­de 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. Okto­ber 2016 – 2 StR 86/​16

  1. vgl. Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 59. Aufl., § 264 Rn. 2 mwN zur Rspr.[]