Die lücken­haf­te Beweis­wür­di­gung

Eine einen Rechts­feh­ler im Sin­ne des § 337 Abs. 1 StPO dar­stel­len­de Lücke liegt ins­be­son­de­re vor, wenn die Beweis­wür­di­gung wesent­li­che Fest­stel­lun­gen nicht erör­tert oder nur eine von meh­re­ren gleich nahe­lie­gen­den Mög­lich­kei­ten prüft 1.

Die lücken­haf­te Beweis­wür­di­gung

Das Tat­ge­richt muss sich dabei nicht mit allen theo­re­tisch denk­ba­ren, son­dern nur mit nahe­lie­gen­den Mög­lich­kei­ten aus­ein­an­der­set­zen, die nach der Sach­la­ge mit der Bewei­s­tat­sa­che nicht weni­ger gut zu ver­ein­ba­ren sind als die von ihm ange­nom­me­ne Mög­lich­keit 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Novem­ber 2015 – 2 StR 197/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 11.01.2005 – 1 StR 478/​04, NStZ-RR 2005, 147; Urteil vom 14.01.2016 – 4 StR 84/​15; Ott in KK-StPO, 7. Aufl., § 261 Rn. 49 mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 29.08.1974 – 4 StR 171/​74, BGHSt 25, 365, 367; Ott, in: KK-StPO, aaO[]