Die zure­chen­ba­re Schuld des jugend­li­chen Täters

Zur Bestim­mung der zure­chen­ba­ren Schuld des jugend­li­chen Täters ist das Tat­un­recht am Maß­stab der gesetz­li­chen Straf­an­dro­hun­gen des Erwach­se­nen­straf­rechts her­an­zu­zie­hen 1.

Die zure­chen­ba­re Schuld des jugend­li­chen Täters

Es begeg­net inso­weit aber Beden­ken, dass sie ange­sichts der kon­kre­ten Tat­si­tua­ti­on, in der der Ange­klag­te im Hin­blick auf sein asia­ti­sches Aus­se­hen von einem der Geschä­dig­ten wie­der­holt belei­digt wor­den war, nicht aus­drück­lich geprüft hat, ob bei Anwen­dung von Erwach­se­nen­straf­recht ein benann­ter min­der schwe­rer Fall gemäß § 213 Alter­na­ti­ve 1 StGB in Betracht zu zie­hen war.

Es begeg­net inso­weit aber Beden­ken, dass sie ange­sichts der kon­kre­ten Tat­si­tua­ti­on, in der der Ange­klag­te im Hin­blick auf sein asia­ti­sches Aus­se­hen von einem der Geschä­dig­ten wie­der­holt belei­digt wor­den war, nicht aus­drück­lich geprüft hat, ob bei Anwen­dung von Erwach­se­nen­straf­recht ein benann­ter min­der schwe­rer Fall gemäß § 213 Alter­na­ti­ve 1 StGB in Betracht zu zie­hen war.

Da die Straf­kam­mer im vor­lie­gen­den Fall die wie­der­hol­ten Pro­vo­ka­tio­nen aber bei der Straf­zu­mes­sung im enge­ren Sin­ne zu Guns­ten des Ange­klag­ten berück­sich­tigt und die kon­kre­te Straf­hö­he zudem wesent­lich an sei­nem Erzie­hungs­be­darf aus­ge­rich­tet hat, konn­te der Bun­des­ge­richts­hof aus­schlie­ßen, dass der Straf­aus­spruch auf die­sem Rechts­feh­ler beruht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Juli 2017 – 3 StR 510/​16

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 17.12 2014 – 3 StR 521/​14, NStZ-RR 2015, 155, 156 mwN[]