Gerichts­stands­be­stim­mung in einer Jugendvollstreckungssache

Besteht zwi­schen den betei­lig­ten Gerich­ten aus­schließ­lich Streit über die Zustän­dig­keit für die Ein­lei­tung der Voll­stre­ckung in einer Jugend­straf­sa­che, so liegt kein Zustän­dig­keits­streit zwi­schen meh­re­ren Gerich­ten im Sin­ne von § 14 StPO vor, über den der Bun­des­ge­richts­hof zu ent­schei­den hät­te1.

Gerichts­stands­be­stim­mung in einer Jugendvollstreckungssache

Nach gefes­tig­ter Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist die förm­li­che Ein­lei­tung der Voll­stre­ckung kei­ne jugend­rich­ter­li­che Tätig­keit im Sin­ne des § 83 Abs. 1 JGG, son­dern eine Auf­ga­be der Justizverwaltung.

So auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Der Streit zwi­schen den hier betei­lig­ten Amts­ge­rich­ten betrifft aus­schließ­lich die Zustän­dig­keit für die Ein­lei­tung der Voll­stre­ckung. Im Hin­blick auf das in ande­rer Sache notier­te Straf­zeit­ende zum 2.02.2021 und zur mög­li­chen Bei­le­gung des dem Anse­hen der Jus­tiz abträg­li­chen Zustän­dig­keits­streits wies der Bun­des­ge­richts­hof zusätz­lich auf sei­ne frü­he­ren Ent­schei­dun­gen2 hin.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Janu­ar 2021 – 2 ARs 339/​20

  1. vgl. Bun­des­ge­richts­hof, Beschlüs­se vom 26.10.1994 – 2 ARs 333/​94, BGHR StPO § 14 Ent­schei­dung 1; vom 13.08.2014 – 2 ARs 225/​14 3; vom 15.07.2020 – 2 ARs 162/​20, NStZ-RR 2020, 290; vom 23.09.2020 – 2 ARs 218/​20, NStZ 2020, 744; vom 08.02.2018 – 2 ARs 41/​18 5; s. auch KK-StPO/­Scheu­ten, 8. Aufl., § 14 Rn. 2; Mey­er-Goß­ner/­Schmidt, StPO, 63. Aufl., § 14 Rn. 1[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 20.10.1976 – 2 ARs 347/​76, BGHSt 27, 25, 26; vom 28.07.1986 – 2 ARs 182/​86, MDR 1986, 952; und vom 15.05.2014 – 2 ARs 93/​14, Rn. 1[]