Gewerbs­mä­ßi­ges Han­del­trei­ben mit Doping­mit­teln

Die Straf­vor­schrift des uner­laub­ten Han­del­trei­bens mit Doping­mit­teln gemäß § 4 Abs. 1 des Geset­zes gegen Doping im Sport (Anti-Doping-Gesetz – Anti­DopG)  ist ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­lich1.

Gewerbs­mä­ßi­ges Han­del­trei­ben mit Doping­mit­teln

Bei der Aus­le­gung des Tat­be­stands­merk­mals "Han­del­trei­ben" in § 4 Abs. 1 Nr. 1, § 2 Abs. 1 Nr. 2 Anti­dopG ist auf die zu dem gleich­lau­ten­den Merk­mal in § 29 Abs. 1 Nr. 1 BtMG ent­wi­ckel­ten Grund­sät­ze zurück­zu­grei­fen2. Dies gilt sowohl hin­sicht­lich der Min­dest­fest­stel­lun­gen als auch mit Blick auf mög­li­che recht­li­che Bewer­tungs­ein­hei­ten, wenn ein und der­sel­be Güter­um­satz Gegen­stand der straf­recht­li­chen Bewer­tung ist3.

Dar­an gemes­sen ist die pau­scha­le Beschrei­bung, der Ange­klag­te habe monat­lich gebrauchs­fer­ti­ge Doping­mit­tel (Tes­to­ste­ron-Enan­t­hat, Tes­to­ste­ron-Pro­pio­nat und Sust­a­non) an ver­schie­de­ne Kun­den aus der Body­buil­der-Sze­ne ver­kauft, für die Fest­stel­lung einer Straf­tat nach § 4 Abs. 1 Nr. 1 Anti­dopG unzu­rei­chend. Es fehlt jede Indi­vi­dua­li­sie­rung, die eine Unter­schei­dung von ande­ren gleich­ar­ti­gen Taten zulie­ße. Auch wäre die Anga­be einer Min­dest­men­ge erfor­der­lich gewe­sen4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. Febru­ar 2019 – 4 StR 37/​18

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 07.08.2018 – 3 StR 345/​17, Rn. 13 ff. []
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 07.08.2018 – 3 StR 345/​17, Rn. 18; Volk­mer in Körner/​Patzak/​Volkmer, BtMG, 9. Aufl., § 4 Anti­DopG Rn. 29 f.; BT-Drs. 18/​4898, S. 23 []
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 07.08.2018 – 3 StR 345/​17, Rn. 18 mwN []
  4. vgl. dazu die Nach­wei­se bei Patzak in Körner/​Patzak/​Volkmer, BtMG, 9. Aufl., § 29 BtMG Rn. 365 f. []