Heim­tü­cke­mord – und das Aus­nut­zungs­be­wußt­sein bei spon­ta­nem Tatentschluss

Ein Aus­nut­zungs­be­wusst­sein kann bereits aus dem objek­ti­ven Bild des Gesche­hens abge­lei­tet wer­den, wenn des­sen gedank­li­che Erfas­sung durch den Täter zur Tat­zeit auf der Hand liegt.

Heim­tü­cke­mord – und das Aus­nut­zungs­be­wußt­sein bei spon­ta­nem Tatentschluss

Das gilt in objek­tiv kla­ren Fäl­len selbst dann, wenn der Täter die Tat einer raschen Ein­ge­bung fol­gend began­gen hat1.

Aller­dings kann die Spon­ta­nei­tät eines Tatent­schlus­ses im Zusam­men­hang mit der Vor­ge­schich­te einer Tat und einem psy­chi­schen Aus­nah­me­zu­stand des Täters ein Beweis­an­zei­chen dafür sein, dass ihm das Aus­nut­zungs­be­wusst­sein fehlt2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 11. Novem­ber 2020 – 5 StR 124/​20

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 04.07.2018 – 5 StR 580/​17, NStZ 2019, 26, 27 mwN; vom 13.11.2019 – 5 StR 466/​19[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 04.05.2011 – 5 StR 65/​11, NStZ 2011, 634[]