Mehrere Gesamtstrafen – und das Gesamtstrafübel

Im Rahmen der Strafzumessung ist auch das Gesamtstrafübel für die Angeklagte in den Blick zu nehmen, das – infolge der Zäsurwirkung einer früheren Verurteilung – aus der obligatorischen Bildung von zwei Gesamtstrafen resultiert.

Mehrere Gesamtstrafen – und das Gesamtstrafübel

Sofern die Zäsurwirkung einer einzubeziehenden Strafe zur Bildung mehrerer Gesamtstrafen führt, muss das Gericht grundsätzlich einen sich daraus möglicherweise für die Angeklagte ergebenden Nachteil infolge eines zu hohen Gesamtstrafübels ausgleichen.

Hierzu muss es für das Revisionsgericht nachvollziehbar darlegen, dass es sich dieser Sachlage bewusst gewesen ist, und erkennen lassen, dass es das Gesamtmaß der Strafen für schuldangemessen gehalten hat1.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 7. Februar 2018 – 1 StR 582/17

  1. vgl. BGH, Beschlüsse vom 09.11.1995 – 4 StR 650/95, BGHSt 41, 310 [313]; vom 24.07.2007 – 4 StR 237/07, StV 2007, 632; vom 17.04.2008 – 4 StR 118/08, NStZ-RR 2008, 234; und vom 05.09.2017 – 1 StR 350/17[]