Per­so­nal­man­gel ist kei­ne Rechtsbeugung

Das Land­ge­richt Zwei­brü­cken hat einen Rich­ter am Amts­ge­richt vom Vor­wurf der Rechts­beu­gung frei­ge­spro­chen1. Vor dem Bun­des­ge­richts­hof blieb jetzt die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on der Staats­an­walt­schaft ohne Erfolg:

Per­so­nal­man­gel ist kei­ne Rechtsbeugung

Der ange­klag­te Rich­ter war unter ande­rem für die Bear­bei­tung von Bewäh­rungs­sa­chen zustän­dig und hat­te die Erfül­lung von Geld- und Arbeits­auf­la­gen zu über­wa­chen. Die Staats­an­walt­schaft leg­te ihm zur Last, dabei in vier Fäl­len Auf­la­gen, die die jewei­li­gen Ver­ur­teil­ten nicht erfüllt hat­ten, mit sach­frem­den schrift­li­chen Begrün­dun­gen auf­ge­ho­ben zu haben. In sei­nen Beschlüs­sen berief sich der Ange­klag­te allein auf einen angeb­li­chen Per­so­nal­man­gel des Gerichts. Die­ser las­se es nicht zu, die Erfül­lung von Auf­la­gen ord­nungs­ge­mäß zu über­wa­chen. Die­se Ent­schei­dun­gen des Ange­klag­ten wur­den spä­ter durch das Beschwer­de­ge­richt aufgehoben.

Das Land­ge­richt Zwei­brü­cken sprach den ange­klag­ten Rich­ter mit Urteil vom 4. Okto­ber 2019 mit der Begrün­dung vom Ankla­ge­vor­wurf der Rechts­beu­gung frei, die­ser habe sei­ne Ent­schei­dun­gen in den Bewäh­rungs­sa­chen nicht allein auf die in sei­nen Ent­schei­dun­gen doku­men­tier­ten sach­frem­den schrift­li­chen Begrün­dun­gen gestützt; der ange­klag­te Rich­ter habe viel­mehr die Ver­fah­ren gezielt aus­ge­wählt und bei sei­nen Ent­schei­dun­gen auch wei­te­re sach­be­zo­ge­ne Über­le­gun­gen ange­stellt. Daher habe ein ele­men­ta­rer Rechts­ver­stoß, der eine Rechts­beu­gung begrün­den kön­ne, nicht vorgelegen.

Der Bun­des­ge­richts­hof wies nun die Revi­si­on der Staats­an­walt­schaft zurück und bestä­tig­te den Frei­spruch des ange­klag­ten Rich­ters durch das Land­ge­richt Zwei­brü­cken, da, so der Bun­des­ge­richts­hof, die tat­säch­li­che und recht­li­che Wür­di­gung des Land­ge­richts kei­nen Rechts­feh­ler aufweise.

Weiterlesen:
Die vorenthaltenen Beweismittel

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Janu­ar 2021 – 4 StR 83/​20

  1. LG Zwei­brü­cken – Urteil vom 04.10.2019 – 1 KLs 4105 Js 5988/​16[]

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