Schäd­li­che Nei­gun­gen

Schäd­li­che Nei­gun­gen im Sin­ne von § 17 Abs. 2 JGG sind erheb­li­che Anla­ge- oder Erzie­hungs­män­gel, die ohne län­ge­re Gesam­terzie­hung des Täters die Gefahr wei­te­rer Straf­ta­ten begrün­den.

Schäd­li­che Nei­gun­gen

Sie kön­nen in der Regel nur bejaht wer­den, wenn erheb­li­che Per­sön­lich­keits­män­gel, aus denen sich eine Nei­gung zur Bege­hung von Straf­ta­ten ergibt, schon vor der Tat ange­legt waren. Die schäd­li­chen Nei­gun­gen müs­sen auch noch zum Urteils­zeit­punkt bestehen und wei­te­re Straf­ta­ten befürch­ten las­sen 1.

Zudemm kann der Umstand, dass der im Urteils­zeit­punkt fast 19jährige Ange­klag­te nach Bege­hung der abge­ur­teil­ten Taten mehr als ein­ein­halb Jah­re lang nicht mehr durch Straf­ta­ten auf­ge­fal­len war, dar­auf hin­deu­ten, dass eine Gefahr künf­ti­ger Straf­ta­ten nicht mehr besteht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. Juli 2015 – 2 StR 170/​15

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 13.11.2013 – 2 StR 455/​13, BGHR JGG § 17 Abs. 2 Schäd­li­che Nei­gun­gen 11[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 13.11.2013 – 2 StR 455/​13, BGHR JGG § 17 Abs. 2 Schäd­li­che Nei­gun­gen 11; BGH, Beschluss vom 24.02.2015 – 4 StR 37/​15, NStZ-RR 2015, 155[]