Schuld­un­fä­hig­keit – und die Unrechts­ein­sicht

Nimmt das Tat­ge­richt eine erheb­lich ver­min­der­te Ein­sichts­fä­hig­keit des Täters an, so muss es dar­über befin­den, ob die­se zum Feh­len der Unrechts­ein­sicht geführt oder ob der Täter gleich­wohl das Unrecht der Tat ein­ge­se­hen hat 1.

Schuld­un­fä­hig­keit – und die Unrechts­ein­sicht

Hat dage­gen der Ange­klag­te unge­ach­tet sei­ner erheb­lich ver­min­der­ten Ein­sichts­fä­hig­keit das Unrecht sei­nes Tuns zum Tat­zeit­punkt tat­säch­lich ein­ge­se­hen, so ist sei­ne Schuld nicht gemin­dert und § 21 StGB nicht anwend­bar.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. März 2017 – 5 StR 22/​17

  1. st. Rspr.; BGH, Urtei­le vom 13.11.1990 – 1 StR 514/​90, BGHR StGB § 20 Ein­sichts­fä­hig­keit 3; und vom 25.01.1995 – 3 StR 535/​94, BGHR StGB § 21 Ein­sichts­fä­hig­keit 6; Beschlüs­se vom 30.06.2015 – 3 StR 181/​15; und vom 20.12 2007 – 5 StR 513/​07, NStZ-RR 2008, 140[]