Straf­zu­mes­sung – und die Fest­stel­lun­gen zum Wer­de­gang des Ange­klag­ten

Für die Straf­zu­mes­sung und deren recht­li­che Über­prü­fung ist grund­sätz­lich die Kennt­nis vom Wer­de­gang und den Lebens­ver­hält­nis­sen des Ange­klag­ten wesent­lich.

Straf­zu­mes­sung – und die Fest­stel­lun­gen zum Wer­de­gang des Ange­klag­ten

Nur so kann das Revi­si­ons­ge­richt über­prü­fen, ob die Zumes­sung einer ver­häng­ten Frei­heits­stra­fe auf der gebo­te­nen wer­ten­den Gesamt­schau des Tat­ge­sche­hens sowie des Täters und der für sei­ne Per­sön­lich­keit, sein Vor­le­ben und sein Nacht­at­ver­hal­ten aus­sa­ge­kräf­ti­gen Umstän­de beruht [1].

Hat der Tatrich­ter Fest­stel­lun­gen zu den per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen, ins­be­son­de­re zum Wer­de­gang des Ange­klag­ten und sei­nen Lebens­ver­hält­nis­sen im Übri­gen, nicht getrof­fen, bedarf die Sache daher zum Straf­aus­spruch neu­er Ver­hand­lung und Ent­schei­dung, da der Bun­des­ge­richts­hof nicht mit der erfor­der­li­chen Sicher­heit aus­schlie­ßen kann, dass eine nähe­re Fest­stel­lung der per­sön­li­chen Ver­hält­nis­se des Ange­klag­ten zur Fest­set­zung einer für ihn güns­ti­ge­ren Frei­heits­stra­fe geführt hät­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Sep­tem­ber 2017 – 2 StR 498/​16

  1. vgl. dazu BGH, Beschluss vom 30.07.1992 – 4 StR 270/​92; BGH, Beschluss vom 10.03.1992 – 1 StR 111/​92; BGH, Beschluss vom 22.03.1995 – 2 StR 51/​95, jeweils mwN[]