Strafzumessung – und die Feststellungen zum Werdegang des Angeklagten

Für die Strafzumessung und deren rechtliche Überprüfung ist grundsätzlich die Kenntnis vom Werdegang und den Lebensverhältnissen des Angeklagten wesentlich.

Strafzumessung – und die Feststellungen zum Werdegang des Angeklagten

Nur so kann das Revisionsgericht überprüfen, ob die Zumessung einer verhängten Freiheitsstrafe auf der gebotenen wertenden Gesamtschau des Tatgeschehens sowie des Täters und der für seine Persönlichkeit, sein Vorleben und sein Nachtatverhalten aussagekräftigen Umstände beruht1.

Hat der Tatrichter Feststellungen zu den persönlichen Verhältnissen, insbesondere zum Werdegang des Angeklagten und seinen Lebensverhältnissen im Übrigen, nicht getroffen, bedarf die Sache daher zum Strafausspruch neuer Verhandlung und Entscheidung, da der Bundesgerichtshof nicht mit der erforderlichen Sicherheit ausschließen kann, dass eine nähere Feststellung der persönlichen Verhältnisse des Angeklagten zur Festsetzung einer für ihn günstigeren Freiheitsstrafe geführt hätte.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 21. September 2017 – 2 StR 498/16

  1. vgl. dazu BGH, Beschluss vom 30.07.1992 – 4 StR 270/92; BGH, Beschluss vom 10.03.1992 – 1 StR 111/92; BGH, Beschluss vom 22.03.1995 – 2 StR 51/95, jeweils mwN[]