Straf­zu­mes­sung – und ihre Über­prü­fung durch das Revi­si­ons­ge­richt

Die Straf­zu­mes­sung ist grund­sätz­lich Sache des Tat­ge­richts. Es ist sei­ne Auf­ga­be, auf der Grund­la­ge des umfas­sen­den Ein­drucks, den es in der Haupt­ver­hand­lung von der Tat und der Per­sön­lich­keit des Täters gewon­nen hat, die wesent­li­chen ent­las­ten­den und belas­ten­den Umstän­de fest­zu­stel­len, sie zu bewer­ten und hier­bei gegen­ein­an­der abzu­wä­gen.

Straf­zu­mes­sung – und ihre Über­prü­fung durch das Revi­si­ons­ge­richt

Ein Ein­griff des Revi­si­ons­ge­richts in die­se Ein­zel­ak­te der Straf­zu­mes­sung ist in der Regel nur mög­lich, wenn die Zumes­sungs­er­wä­gun­gen in sich feh­ler­haft sind, wenn das Tat­ge­richt gegen recht­lich aner­kann­te Straf­zwe­cke ver­stößt oder wenn sich die ver­häng­te Stra­fe nach oben oder unten von ihrer Bestim­mung löst, gerech­ter Schuld­aus­gleich zu sein.

Eine ins Ein­zel­ne gehen­de Rich­tig­keits­kon­trol­le ist dage­gen aus­ge­schlos­sen. Dem Revi­si­ons­ge­richt ist es ver­wehrt, sei­ne eige­ne Wer­tung an die Stel­le des Tat­ge­richts zu set­zen; viel­mehr muss es die von ihm vor­ge­nom­me­ne Bewer­tung bis an die Gren­ze des Ver­tret­ba­ren hin­neh­men 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. April 2019 – 2 StR 598/​18

  1. st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Urteil vom 24.10.2017 – 1 StR 227/​17 mwN[]