Ver­fall – und die nicht revi­die­ren­de Mit­an­ge­klag­te

Zwar ist § 357 Satz 1 StPO grund­sätz­lich auch auf Ver­falls­ent­schei­dun­gen anzu­wen­den 1. Dies gilt aber nicht, soweit der Rechts­feh­ler ledig­lich in der Nicht­an­wen­dung der Här­te­vor­schrift des § 73c StGB besteht.

Ver­fall – und die nicht revi­die­ren­de Mit­an­ge­klag­te

Die Fra­ge, ob wegen einer unbil­li­gen Här­te im Sin­ne des § 73c Abs. 1 Satz 1 StGB oder – bei Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen des § 73c Abs. 1 Satz 2 StGB – auf Grund tatrich­ter­li­chen Ermes­sens von einer Ver­falls­ent­schei­dung abzu­se­hen ist, beruht grund­sätz­lich auf indi­vi­du­el­len Erwä­gun­gen, deren Beant­wor­tung – wie hier – ganz wesent­lich von den per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen des jeweils Betrof­fe­nen abhängt 2.

Der dem Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs vom 28.10.2010 3 zu Grun­de lie­gen­de Son­der­fall, dass der Tatrich­ter von der Unan­wend­bar­keit des § 73c StGB im Rah­men der nach § 111i Abs. 2 StPO zu tref­fen­den Fest­stel­lung aus­ge­gan­gen ist, liegt hier nicht vor.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Novem­ber 2014 – 4 StR 290/​14

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 13.02.2004 – 3 StR 501/​03; und vom 22.12 2004 – 2 StR 498/​04[]
  2. BGH, Beschluss vom 10.01.2008 – 5 StR 365/​07, NStZ 2008, 565, 567[]
  3. BGH, Urteil vom 28.10.2010 – 4 StR 215/​10, BGHSt 56, 39, 51[]