Wert­er­satz­ver­fall – und der Ver­brauch zum Lebens­un­ter­halt

Ein Här­te­fall nach § 73c Abs. 1 Satz 2 StPO aF kann ohne Aus­übung des dem Tatrich­ter zuste­hen­den Ermes­sens nicht allein des­halb ver­neint wer­den, weil der Ange­klag­te das Erlang­te für den Lebens­un­ter­halt ver­braucht hat.

Wert­er­satz­ver­fall – und der Ver­brauch zum Lebens­un­ter­halt

Auch in die­sen Fäl­len ist dem Tatrich­ter ein Ermes­sens­spiel­raum eröff­net.

Der Ver­brauch der erlang­ten Mit­tel in einer Not­la­ge oder zum not­wen­di­gen Lebens­un­ter­halt des Betrof­fe­nen und sei­ner Fami­lie kann sogar als Argu­ment für eine posi­ti­ve Ermes­sens­ent­schei­dung die­nen 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Dezem­ber 2017 – 4 StR 323/​17

  1. vgl. BGH, Urteil vom 26.03.2015 – 4 StR 463/​1, NStZ-RR 2015, 176, 177; Beschlüs­se vom 14.10.2014 – 2 StR 134/​14, BGHR StGB § 73c Ermes­sens­ent­schei­dung 1; vom 03.02.2016 – 1 StR 606/​15, NStZ-RR 2017, 14 jeweils mwN[]