Schorn­stein­fe­ger-Form­blät­ter

Die mit­tels Form­blät­ter nach § 4 Schorn­stein­fe­ger-Hand­werks­ge­setz 1 zu erstel­len­den Nach­wei­se müs­sen Anga­ben zu den nach dem Feu­er­stät­ten­be­scheid fest­ge­setz­ten Arbei­ten ent­hal­ten. Nur das vor­werf­ba­re Feh­len die­ser Anga­ben kann als Ord­nungs­wid­rig­keit geahn­det wer­den.

Schorn­stein­fe­ger-Form­blät­ter

In dem hier vom Ober­lan­des­ge­richt Hamm ent­schie­de­nen Fall kehr­te der betrof­fe­ne Schorn­stein­fe­ger aus Oer­ling­hau­sen im Okto­ber 2013 an einer Lie­gen­schaft drei Schorn­stei­ne. Der für die Lie­gen­schaft erlas­se­ne Feu­er­stät­ten­be­scheid ver­hielt sich über zwei Schorn­stei­ne. Bezug­neh­mend auf die­sen ver­merk­te der Betrof­fe­ne in dem Form­blatt nach § 4 Schorn­stein­fe­ger-Hand­werks­ge­setz nicht, dass die im Feu­er­stät­ten­be­scheid zugrun­de geleg­te Anzahl der zu keh­ren­den Schorn­stei­ne unzu­tref­fend war. Für die­ses Ver­säum­nis beleg­te ihn das Amts­ge­richt Det­mold mit einem Buß­geld von 150 €, weil das fahr­läs­si­ge, nicht wahr­heits­ge­mä­ße Aus­fül­len des Form­blat­tes den Buß­geld­tat­be­stand des § 24 Schorn­stein­fe­ger-Hand­werks­ge­setz erfül­le.

Die vom Ober­lan­des­ge­richt Hamm gegen das amts­ge­richt­li­che Urteil zuge­las­se­ne Rechts­be­schwer­de hat­te vor­läu­fig Erfolg. Sie führ­te zur Auf­he­bung der Ver­ur­tei­lung und Zurück­ver­wei­sung der Sache an das Amts­ge­richt Det­mold, das den Fall erneut ver­han­deln und ent­schei­den muss.

Das vom keh­ren­den Schorn­stein­fe­ger aus­zu­fül­len­de Form­blatt die­ne dazu, so das Ober­lan­des­ge­richt, den jeweils zustän­di­gen Bezirks­schorn­stein­fe­gern nach­zu­wei­sen, dass die im Feu­er­stät­ten­be­scheid fest­ge­setz­ten Arbei­ten frist­ge­recht durch­ge­führt wor­den sein. In Bezug auf die­se Arbei­ten müss­ten die Form­blät­ter voll­stän­di­ge und rich­ti­ge Anga­ben ent­hal­ten. Eine vor­sätz­li­che oder fahr­läs­si­ge Ver­let­zung die­ser Aus­füll­pflicht kön­ne gemäß § 24 Schorn­stein­fe­ger-Hand­werks­ge­setz als Ord­nungs­wid­rig­keit geahn­det wer­den. Erbrin­ge ein Schorn­stein­fe­ger aber – so wie der Betrof­fe­ne wie im vor­lie­gen­den Fall – gleich­sam "über­ob­li­ga­to­risch" Arbei­ten, die der Feu­er­stät­ten­be­scheid nicht fest­le­ge, bedür­fe es ihrer Erwäh­nung in dem Form­blatt nach § 4 Schorn­stein­fe­ger-Hand­werks­ge­setz nicht. Des­we­gen sei der unter­blie­be­ne Hin­weis auf den drit­ten Schorn­stein kei­ne buß­geld­be­währ­te Unrich­tig­keit oder Unvollst&a uml;ndigkeit des Form­blatts.

Die Fest­stel­lun­gen des Amts­ge­richts recht­fer­tig­ten daher die Ver­ur­tei­lung des Betrof­fe­nen nicht. Da das Amts­ge­richt in sei­nen Urteils­grün­den nicht fest­ge­stellt habe, ob der Betrof­fe­ne die das Form­blatt hin­sicht­lich der nach dem Feu­er­stät­ten­be­scheid durch­zu­füh­ren­den Arbei­ten zutref­fend aus­ge­füllt habe, müs­se die Sache von ihm erneut ver­han­delt und ent­schie­den wer­den.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm – Bech­luss vom 13. Janu­ar 2015 – 3 RBs 355/​14

  1. vom 26.11.2008, BGBl. I S. 2242[]
  2. vom 26.11.2008, BGBl. I S. 2242[]