Ableh­nung des Asyl­an­trags – und die Bestim­mung der Aus­rei­se­frist

Die Bestim­mung der Aus­rei­se­frist im Asyl­recht ist zwin­gend und lässt kein Ermes­sen zu. Die Frist­be­stim­mung geht dann nicht ins Lee­re, wenn noch min­des­tens ein Ziel­staat bestimmt ist.

Ableh­nung des Asyl­an­trags – und die Bestim­mung der Aus­rei­se­frist

Anders als im Auf­ent­halts­recht (vgl. § 59 Abs. Abs. 1 Satz 1 Auf­en­thG) han­delt es sich im Asyl­recht bei der Fest­set­zung einer Aus­rei­se­frist um zwin­gen­des Recht (§ 38 Abs. 1 Satz 1 AsylG: „[…] beträgt die dem Aus­län­der zu set­zen­de Aus­rei­se­frist 30 Tage”).

Dem­nach hat das BAMF kein Ermes­sen hin­sicht­lich der Bestim­mung der Frist. Die Bestim­mung des § 34 Abs. 2 AsylG ([…] „Die Abschie­bungs­an­dro­hung soll mit der Ent­schei­dung über den Asyl­an­trag ver­bun­den wer­den.”) bezieht sich ledig­lich dar­auf, dass die Ent­schei­dung über den Asyl­an­trag regel­mä­ßig mit der Abschie­bungs­an­dro­hung ver­bun­den wer­den soll. Ein Ermes­sen hin­sicht­lich der Set­zung der Aus­rei­se­frist hat die Behör­de im Asyl­recht nicht.

Ver­wal­tungs­ge­richt Schwe­rin, Urteil vom 13. Novem­ber 2015 – 15 A 926/​12 As