Wie Vortrag zu familiären Bindungen ausländerrechtlich zu bewerten ist, insbesondere, ob sich hieraus etwa unter dem Gesichtspunkt einer Duldung des Aufenthalts Abschiebungshindernisse ergeben, hat der Haftrichter zwar weder zu prüfen noch zu entscheiden. Das ist vielmehr Aufgabe der Verwaltungsgerichte1.
Er muss sich aber nach dem Stand und dem voraussichtlichen Fortgang der Prüfung der Ausländerbehörde und eines bereits anhängigen verwaltungsgerichtlichen Verfahrens erkundigen und prüfen, ob sich hieraus Zweifel an der Durchführbarkeit der Abschiebung oder der Verhältnismäßigkeit der Haft ergeben2.
Bundesgerichtshof, Beschluss vom 20. Oktober 2016 – V ZB 167/14
- BGH, Beschlüsse vom 12.06.1986 – V ZB 9/86, BGHZ 98, 109, 112; und vom 25.02.2010 – V ZB 172/09, NVwZ 2010, 726 Rn. 23[↩]
- BVerfGK 15, 139, 146; Bundesgerichtshof, Beschlüsse vom 25.02.2010 – V ZB 172/09, NVwZ 2010, 726 Rn. 24; vom 10.05.2012 – V ZB 246/11, FGPrax 2012, 225 Rn. 14; und vom 11.10.2012 – V ZB 274/11, FGPrax 2013, 40 Rn. 11; vgl. auch BGH, Beschluss vom 04.04.2016 – V ZB 112/15 16[↩]










