Abwei­chen­de Mei­nung = Will­kür?

Der all­ge­mei­ne Gleich­heits­satz des Art. 3 Abs. 1 GG gebie­tet, wesent­lich Glei­ches gleich und wesent­lich Unglei­ches ungleich zu behan­deln 1.

Abwei­chen­de Mei­nung = Will­kür?

Nicht jede feh­ler­haf­te Anwen­dung des ein­fa­chen Rechts durch die Recht­spre­chung stellt einen Ver­stoß gegen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz dar.

Von Will­kür kann nicht gespro­chen wer­den, wenn das Gericht sich mit der Rechts­la­ge ein­ge­hend aus­ein­an­der­setzt und sei­ne Auf­fas­sung nicht jedes sach­li­chen Grun­des ent­behrt 2.

Ein Rich­ter­spruch ist jedoch will­kür­lich und ver­stößt damit gegen Art. 3 Abs. 1 GG, wenn er unter kei­nem recht­li­chen Aspekt ver­tret­bar ist 3.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 14. Dezem­ber 2017 – 2 BvR 1872/​17

  1. vgl. BVerfGE 1, 14, 52; 98, 365, 385; stRspr
  2. vgl. BVerfGE 87, 273, 278 f.; 96, 189, 203
  3. vgl. BVerfGE 70, 93, 97; 96, 189, 203