Die Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde (§ 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG) erfordert, dass der Beschwerdeführer den Rechtsweg nicht nur formell, sondern in der gehörigen Weise unter Nutzung der gegebenen Möglichkeiten, auf die Vermeidung oder Korrektur des gerügten Grundrechtsverstoßes hinzuwirken, durchläuft1. Insoweit kommt es entscheidend auf die im fachgerichtlichen Verfahren erhobene Anhörungsrüge an2.
Die Verfassungsbeschwerde genügt daher nicht dem Grundsatz der Subsidiarität (§ 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG), wenn die Beschwerdeführer die Anhörungsrügeschrift – und damit für die verfassungsrechtliche Beurteilung unverzichtbare Unterlagen – innerhalb der Frist des § 93 Abs. 1 BVerfGG weder vorlegen noch ihrem wesentlichen Inhalt nach wiedergegeben3, so dass das Bundesverfassungsgericht nicht prüfen kann, ob sie dem Subsidiaritätserfordernis genügt haben.
Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 19. Juni 2019 – 2 BvR 2579/17
- vgl. BVerfGE 112, 50, 60; BVerfG, Beschluss vom 22.05.2017 – 2 BvR 1107/16, Rn. 13[↩]
- vgl. BVerfG, Beschluss vom 27.06.2007 – 1 BvR 1470/07, Rn. 14; Beschluss vom 22.05.2017 – 2 BvR 1107/16, Rn. 13[↩]
- vgl. BVerfGE 78, 320, 327; 88, 40, 45; 93, 266, 288; BVerfGK 5, 170, 171; BVerfG, Beschluss vom 03.03.2017 – 2 BvR 250/16, Rn. 1; Beschluss vom 27.03.2018 – 1 BvR 266/18, Rn. 2; Beschluss vom 18.09.2018 – 2 BvR 745/18, Rn. 24[↩]
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