Asyl­recht vs. isla­mis­ti­sche Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen

Einem bis­her als Asyl­be­rech­tig­ten aner­kann­ten Iman kann die Asyl­be­rech­ti­gung wider­ru­fen wer­den, wenn er "Hetz­pre­dig­ten" gegen Chris­ten und Juden hält.

Asyl­recht vs. isla­mis­ti­sche Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen

So hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len jetzt die Recht­mä­ßig­keit des Wider­rufs der Asyl­an­er­ken­nung eines Imams mit ägyp­ti­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit bestä­tigt. Der Imam (Klä­ger) war 1999 als Asyl­be­rech­tig­ter aner­kannt wor­den. Das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge wider­rief die Asyl­an­er­ken­nung im April 2006 und begrün­de­te dies u.a. damit, dass der als Imam mus­li­mi­scher Gemein­schaf­ten in Müns­ter und Min­den tätig gewe­se­ne Klä­ger „Hetz­pre­dig­ten“ gegen „Ungläu­bi­ge“ gehal­ten und bei­spiels­wei­se erklärt habe, „ dass Gott den Rücken der Juden, Chris­ten und ihrer Unter­stüt­zer bre­chen möge“. Fer­ner habe er in Ver­bin­dung zu der isla­mis­ti­schen Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on „Al-Jihad Al-Isla­mi“ gestan­den. Dadurch habe er die Vor­aus­set­zun­gen für gesetz­lich gere­gel­te Asyl­aus­schluss­grün­de erfüllt.

Im März 2007 gab das Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den in ers­ter Instanz der Kla­ge statt und hob den Wider­rufs­be­scheid auf. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Müns­ter ist nun jedoch auf der Grund­la­ge eines Urteils des Euro­päi­schen Gerichts­hofs vom 9. Novem­ber 2010 1 den Erwä­gun­gen des Bun­des­amts für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge im Wesent­li­chen gefolgt und hat die Kla­ge abge­wie­sen.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Urteil vom 9. März 2011 – 11 A 1439/​07.A

  1. EuGH, Urteil vom 09.11.2010 – C‑57/​09 und C‑101/​09[]