10 Jah­re zuviel Gehalt

Bei der Rück­for­de­rung von zuviel gezahl­tem Gehalt an einen Beam­ten hat die Behör­de dann eine Redu­zie­rung des Betra­ges vor­zu­neh­men, wenn ihr ein Ver­ur­sa­chungs­bei­trag zuzu­rech­nen ist.

10 Jah­re zuviel Gehalt

So die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts in dem hier vor­lie­gen­den Fall zwei­er Beam­te, die über fast zehn Jah­re Beträ­ge von monat­lich ca. 50,- Euro zuviel erhal­ten haben. Die Über­zah­lun­gen waren auf Feh­ler im Bereich der Behör­de zurück­zu­füh­ren, hät­ten aber von den Beam­ten bemerkt wer­den müs­sen. Die Behör­de ver­lang­te die über­zahl­ten Beträ­ge in vol­ler Höhe zurück. Hier­ge­gen haben die Beam­ten Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Ham­burg [1] erho­ben. Erst in zwei­ter Instanz vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat­ten sie Erfolg [2]. Dage­gen ist von der Beklag­ten Revi­si­on ein­ge­legt wor­den.

Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts haben Beam­te über­höh­te Gehalts­zah­lun­gen grund­sätz­lich zurück­zu­zah­len. Fällt der Behör­de ein maß­geb­li­cher Ver­ur­sa­chungs­bei­trag an der Über­zah­lung zur Last, kann es gebo­ten sein, teil­wei­se von der Rück­for­de­rung abzu­se­hen, wenn es sich um über län­ge­re Zeit gezahl­te gerin­ge Beträ­ge han­delt, die der Beam­te im Rah­men der all­ge­mei­nen Lebens­füh­rung ver­braucht hat. Damit hat das Bun­des­ver­wal­tunggse­richt die Ent­schei­dun­gen des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts im Wesent­li­chen bestä­tigt. Es hat für die Höhe der gebo­te­nen Redu­zie­rung in den vor­lie­gen­den Fäl­len 30 % als Ori­en­tie­rungs­grö­ße genannt.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urtei­le vom 26. April 2012 – 2 C 15.10 und 4.11

  1. VG Ham­burg, Urtei­le vom 23.04.2009 – 8 K 432/​08 und 22.02.2008 – 21 K 2102/​07[]
  2. OVG Ham­burg, Urtei­le vom 12.02.2010 – 1 Bf 203/​09 und 10.12.2009 – 1 Bf 144/​08[]