Rei­se­kos­ten­er­stat­tung für Fahn­dungs­fahr­ten der Auto­bahn­po­li­zei

Beam­te der Auto­bahn­po­li­zei, die ihren Dienst haupt­säch­lich durch Fahn­dungs­fahr­ten auf den Auto­bah­nen und Bun­des­stra­ßen ihres Dienst­be­zirks aus­üben, kön­nen für die­se Fahr­ten kein Tage­geld nach dem hes­si­schen Dienst­rei­se­kos­ten­recht bean­spru­chen.

Rei­se­kos­ten­er­stat­tung für Fahn­dungs­fahr­ten der Auto­bahn­po­li­zei

Die Klä­ger in dem hier vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­de­nen Rechts­streit sind Poli­zei­voll­zugs­be­am­te im Dienst des beklag­ten Lan­des Hes­sen und gehö­ren einer Fahn­dungs­grup­pe der Auto­bahn­po­li­zei an. Für Fahn­dungs­fahr­ten, die eine Dau­er von mehr als acht Stun­den auf­wie­sen, bean­trag­ten sie die Gewäh­rung von Tage­geld nach dem Hes­si­schen Rei­se­kos­ten­ge­setz. Das Land Hes­sen lehn­te die Anträ­ge ab.

Die Kla­gen hat­ten in den Vor­in­stan­zen vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Kas­sel [1]und dem Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in Kas­sel [2] Erfolg. Auf die Revi­si­on des Lan­des Hes­sen hat nun jedoch das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt die Kas­se­ler Gerichts­ent­schei­dun­gen abge­än­dert und die Kla­gen abge­wie­sen:

Zwar haben Beam­te bei Dienst­rei­sen Anspruch auf Erstat­tung der dienst­lich ver­an­lass­ten not­wen­di­gen Rei­se­kos­ten. Die Fahn­dungs­fahr­ten der Klä­ger stel­len jedoch kei­ne Dienst­rei­sen im rei­se­kos­ten­recht­li­chen Sin­ne dar. Danach ist eine Dienst­rei­se eine vom Dienst­herrn geneh­mig­te oder ange­ord­ne­te Rei­se zur Erle­di­gung von Dienst­ge­schäf­ten außer­halb der Dienst­stät­te. Die von den Klä­gern durch­ge­führ­ten Fahn­dungs­fahr­ten sind kei­ne Dienst­rei­sen, weil nicht nur die Ein­satz­tä­tig­keit selbst, son­dern auch die mit ihr untrenn­bar ein­her­ge­hen­den Fahr­ten wesent­li­cher und prä­gen­der Teil der dienst­li­chen Auf­ga­ben der Fahn­dungs­grup­pe der Auto­bahn­po­li­zei sind. Den mit dem Dienst ver­bun­de­nen Erschwer­nis­sen wird regel­mä­ßig im Rah­men der Ali­men­ta­ti­on der Beam­ten, etwa durch eine Stel­len­zu­la­ge wie die auch den Klä­gern gewähr­te „Poli­zei­zu­la­ge“, nicht jedoch im Wege des Rei­se­kos­ten­rechts ange­mes­sen Rech­nung getra­gen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 26. Juni 2014 – 5 C 28.2013 -

  1. VG Kas­sel, Urtei­le vom 12.06.2012 – 1 K 1444/​11.BVerwG, 1 K 1443/​11.BVerwG, 1 K 1459/​11.BVerwG und 1 K 1441/​11.BVerwG[]
  2. Hess. VGH, Urtei­le vom 26.06.2013 – 1 A 1472/​12, 1 A 1470/​12, 1 A 1469/​12 und 1 A 1471/​12[]