Uni­form­tra­ge­pflicht für frei­ge­stell­te Per­so­nal­rats­mit­glie­der

Sol­da­ten, die als Mit­glie­der einer Per­so­nal­ver­tre­tung vom Dienst frei­ge­stellt sind, müs­sen den­noch wäh­rend ihrer Tätig­keit Uni­form tra­gen.

Uni­form­tra­ge­pflicht für frei­ge­stell­te Per­so­nal­rats­mit­glie­der

In einem ges­tern vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­de­nen Ver­fah­ren ist der Antrag­stel­ler Sol­dat im Rang eines Stabs­boots­manns. Als Vor­sit­zen­der einer Per­so­nal­ver­tre­tung ist er seit Jah­ren voll­stän­dig vom Dienst frei­ge­stellt. Bei einem Monats­ge­spräch mit der Per­so­nal­ver­tre­tung bean­stan­de­te der Dienst­stel­len­lei­ter, dass nur einer der anwe­sen­den Sol­da­ten Uni­form trug. Er ord­ne­te an, dass künf­tig alle dem Gre­mi­um ange­hö­ren­den Sol­da­ten wäh­rend ihrer Tätig­keit Uni­form zu tra­gen hät­ten.

Nach erfolg­lo­sem Beschwer­de­ver­fah­ren hat der Antrag­stel­ler Antrag auf gericht­li­che Ent­schei­dung gestellt, den der 1. Wehr­dienst­se­nat des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts nun als unbe­grün­det zurück­ge­wie­sen hat. Nach einer Zen­tra­len Dienst­vor­schrift des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Ver­tei­di­gung müs­sen Sol­da­ten grund­sätz­lich im Dienst Uni­form tra­gen. Dies gilt nach der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts auch für vom Dienst frei­ge­stell­te Per­so­nal­ver­tre­ter. Durch ihre Frei­stel­lung sei­en sie nur von den Auf­ga­ben ihres jewei­li­gen Dienst­pos­tens ent­bun­den, nicht aber von den gene­rel­len Rech­ten und Pflich­ten als Sol­dat, wie etwa der Pflicht zur Ein­hal­tung von Dienst­zei­ten oder zur Beach­tung der all­ge­mei­nen Urlaubs­vor­schrif­ten. Dazu gehö­re auch die Ver­pflich­tung, im Dienst, d.h. für frei­ge­stell­te Per­so­nal­rats­mit­glie­der wäh­rend der Per­so­nal­rats­tä­tig­keit inner­halb der Dienst­zeit, Uni­form zu tra­gen. Die­se Pflicht stel­le kei­ne unzu­läs­si­ge Behin­de­rung der Per­so­nal­rats­tä­tig­keit dar.

Der Antrag­stel­ler hat­te ein­ge­wandt, die Tätig­keit im Per­so­nal­rat stel­le ein Ehren­amt dar und die Zen­tra­le Dienst­vor­schrift sehe für ehren­amt­li­che Tätig­kei­ten eine Aus­nah­me von der Uni­form­tra­ge­pflicht vor. Dazu hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­den, die Aus­nah­me betref­fe schon nach ihrem Wort­laut, aber auch nach ihrem Sinn und Zweck und nach der stän­di­gen Pra­xis nur ehren­amt­li­che Tätig­kei­ten außer­halb der Bun­des­wehr, z.B. im kom­mu­na­len oder kirch­li­chen Bereich.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 28. Sep­tem­ber 2010 – 1 WB 41.09