Unter­schied­li­che Rich­ter­be­sol­dung an den Ober­ge­rich­ten in Ber­lin und Bran­den­burg

Die unter­schied­li­che Besol­dung von Rich­tern an gemein­sa­men Ober­ge­rich­ten in Ber­lin und Bran­den­burg ist nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin recht­lich nicht zu bean­stan­den.

Unter­schied­li­che Rich­ter­be­sol­dung an den Ober­ge­rich­ten in Ber­lin und Bran­den­burg

Der Klä­ger in dem jetzt vom Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin ent­schie­de­nen Fall ist seit 2012 Rich­ter am Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg. Die­ses Gericht ist eines von vier gemein­sa­men Ober­ge­rich­ten, die die Län­der Ber­lin und Bran­den­burg seit 2005 bzw.2007 ein­ge­rich­tet haben. Nach dem Staats­ver­trag über die Errich­tung gemein­sa­mer Fach­ober­ge­rich­te wer­den auf die Rich­ter die im Sitz­land gel­ten­den Vor­schrif­ten ange­wen­det. Wäh­rend die Rich­ter des in Pots­dam ansäs­si­gen Lan­des­so­zi­al­ge­richts und des Finanz­ge­richts in Cott­bus Besol­dung nach den Bran­den­bur­ger Vor­schrif­ten erhal­ten, wer­den Rich­ter am Ober­ver­wal­tungs­ge­richt und am Lan­des­ar­beits­ge­richt in Ber­lin nach dem Ber­li­ner Recht gerin­ger besol­det. Der Klä­ger ver­dien­te daher im Durch­schnitt in den letz­ten Jah­ren monat­lich etwa 250, 00 € weni­ger als ein Rich­ter in ent­spre­chen­der Posi­ti­on an einem gemein­sa­men Ober­ge­richt in Bran­den­burg.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin wies die Kla­ge ab: Der Klä­ger woll­te fest­ge­stellt sehen, dass die Besol­dungs­rechts­la­ge rechts­wid­rig ist und ihn in sei­nen Rech­ten ver­letzt. Die Rege­lung im Staats­ver­trag, wonach auch auf die Besol­dung der Rich­ter das Recht des Sitz­lan­des des jewei­li­gen Ober­ge­richts anzu­wen­den sei, sei mit höher­ran­gi­gem Recht ver­ein­bar. Der Gleich­heits­grund­satz sei durch die Rechts­an­wen­dungs­re­ge­lung nicht ver­letzt, da der Gerichts­sitz ein sach­li­cher Anknüp­fungs­punkt hier­für sei.

Soweit der Staats­ver­trag vor­se­he, dass die Län­der "bestrebt" sei­en, die "rich­ter­recht­li­chen Vor­schrif­ten zu ver­ein­heit­li­chen", fol­ge hier­aus schon kein sub­jek­ti­ves Recht des Klä­gers. Zudem ver­pflich­te die­se Rege­lung die Län­der nicht, ein­heit­li­che Vor­schrif­ten zu erlas­sen, selbst wenn sie sich auf das Besol­dungs­recht bezie­hen soll­te. Sie füh­re auch nicht zur Nich­tig­keit abwei­chen­der Geset­ze.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin hat bereits vor zwei Jah­ren 1 aus­ge­führt, dass die amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­tie­rung durch die in Ber­lin gewähr­te Besol­dung gewähr­leis­tet sei. Die Bun­des­län­der dürf­ten ihre Bediens­te­ten auch unter­schied­lich besol­den, nach­dem der Bun­des­ge­setz­ge­ber den Grund­satz bun­des­ein­heit­li­cher Besol­dung auf­ge­ge­ben habe.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 20. Novem­ber 2014 – Ver­wal­tungs­ge­richt 28 K 232.2013 -

  1. VG Ber­lin, Urteil vom 06.11.2012 – VG 28 K 5.12; jetzt anhän­gig beim OVG Ber­lin Bran­den­burg – OVG 4 B 2.13[]