Ber­lin und sei­ne Auto­bah­nen

Vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig war jetzt ein Eil­an­trag gegen Wei­ter­bau der A 100 in Ber­lin erfolg­reich, das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat dem Eil­an­trag eines Umwelt­schutz­ver­eins und meh­re­rer pri­va­ter Betrof­fe­ner gegen die sofor­ti­ge Voll­zieh­bar­keit des Plan­fest­stel­lungs­be­schlus­ses der Ber­li­ner Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung für den Wei­ter­bau der Bun­des­au­to­bahn A 100 in Ber­lin vom Auto­bahn­drei­eck Neu­kölln bis zur Anschluss­stel­le Am Trep­tower Park statt­ge­ge­ben.

Ber­lin und sei­ne Auto­bah­nen

In einem gleich­zei­tig anhän­gi­gen Kla­ge­ver­fah­ren bestrei­ten die Antrag­stel­ler die Plan­recht­fer­ti­gung für das Vor­ha­ben und machen dar­über hin­aus gel­tend, die Plan­fest­stel­lung beru­he wegen Män­geln der Ver­kehrs­pro­gno­se auf einer feh­ler­haf­ten Abwä­gung. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die auf­schie­ben­de Wir­kung der Kla­ge ange­ord­net, weil das Inter­es­se der Antrag­stel­ler am Unter­blei­ben von Voll­zugs­maß­nah­men bis zur Prü­fung ihrer recht­li­chen Ein­wän­de im Kla­ge­ver­fah­ren das Inter­es­se des Antrags­geg­ners an der sofor­ti­gen Voll­zie­hung des Plan­fest­stel­lungs­be­schlus­ses über­wie­ge.

Ein aktu­el­les öffent­li­ches Inter­es­se an der sofor­ti­gen Umset­zung die­ses Beschlus­ses sei näm­lich nicht erkenn­bar, ent­schied das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt. Der Antrags­geg­ner habe selbst ein­ge­räumt, dass der Beginn des bau­li­chen Voll­zugs nicht vor März 2012 vor­ge­se­hen sei. Ange­sichts die­ses schon bei Erlass des Plan­fest­stel­lungs­be­schlus­ses im Dezem­ber 2010 abseh­ba­ren und der Öffent­lich­keit durch Pres­se­be­rich­te – vom Antrags­geg­ner unbe­strit­ten – als poli­ti­sche Beschluss­la­ge in Ber­lin ver­mit­tel­ten Zeit­raums von etwa 1¼ Jah­ren bis zum Voll­zugs­be­ginn hät­te es nahe­ge­le­gen, die Voll­zie­hung des Plan­fest­stel­lungs­be­schlus­ses schon von Amts wegen behörd­lich aus­zu­set­zen, um so die Ein­lei­tung eines gericht­li­chen Eil­ver­fah­rens ent­behr­lich zu machen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 31. März 2011 – 9 VR 2.11