Bestat­tungs­kos­ten bei vor­ei­li­ger Bestat­tung

Sind bestat­tungs­pflich­ti­ge Ange­hö­ri­ge einer ver­stor­be­nen Per­son vor­han­den und der Behör­de bekannt (hier: vier Enke­lin­nen), so sind die­se jeweils per­sön­lich von der Behör­de auf­zu­for­dern, ihrer Bestat­tungs­pflicht nach­zu­kom­men. Eine von der Behör­de nicht nach­ge­prüf­te Infor­ma­ti­on durch Drit­te, dass die Bestat­tungs­pflich­ti­gen nicht für die Bestat­tung sor­gen wer­den, genügt nicht und lässt die Ver­pflich­tung zur direk­ten Kon­takt­auf­nah­me mit den betref­fen­den Ange­hö­ri­gen nicht ent­fal­len. Erst wenn die Bestat­tungs­pflich­ti­gen trotz Auf­for­de­rung durch die Behör­de eine Bestat­tung nicht frist­ge­recht ver­an­las­sen, ist die Durch­füh­rung der Bestat­tung nach § 8 Abs. 4 Satz 1 BestattG gebo­ten.

Bestat­tungs­kos­ten bei vor­ei­li­ger Bestat­tung

Wird die Bestat­tung gemäß § 8 Abs. 4 Satz 1 BestattG durch­ge­führt, ohne dem Bestat­tungs­pflich­ti­gen man­gels Auf­for­de­rung zur Bestat­tung die Mög­lich­keit zu geben, eine kos­ten­güns­ti­ge Bestat­tung zu ver­an­las­sen, kön­nen durch Leis­tungs­be­scheid nur die Kos­ten fest­ge­setzt wer­den, die bei der von dem Bestat­tungs­pflich­ti­gen gewähl­ten Bestat­tungs­art ange­fal­len wären.

Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg, Urteil vom 1. Juli 2009 – 5 A 639/​09