Das offen­sicht­lich unzu­läs­si­ge Ableh­nungs­ge­such

Ein Ableh­nungs­ge­such, das kei­ne Begrün­dung oder ledig­lich Aus­füh­run­gen ent­hält, die zur Begrün­dung der Besorg­nis der Befan­gen­heit gänz­lich unge­eig­net sind, ist unzu­läs­sig.

Das offen­sicht­lich unzu­läs­si­ge Ableh­nungs­ge­such

Bei offen­sicht­li­cher Unzu­läs­sig­keit bedarf es kei­ner dienst­li­chen Stel­lung­nah­me der abge­lehn­ten Rich­ter; die­se sind auch von der Ent­schei­dung über das offen­sicht­lich unzu­läs­si­ge Ableh­nungs­ge­such nicht aus­ge­schlos­sen [1].

Offen­sicht­lich unzu­läs­sig ist ein Ableh­nungs­ge­such auch, wenn der abge­lehn­te Rich­ter nicht zur Mit­wir­kung im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren beru­fen ist [2].

Letz­te­res war im hier ent­schie­de­nen Fall gege­ben. Denn dort wur­de von der Beschwer­de­füh­re­rin ein Ableh­nungs­ge­such gegen den Prä­si­den­ten des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts gerich­tet, der aller­dings als Mit­glied des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts nicht zur Mit­wir­kung in die­sem vom Zwei­ten Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­schie­de­nen Ver­fah­ren beru­fen war…

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 9. Juli 2020 – 2 BvC 19/​18

  1. vgl. BVerfGE 131, 239 <252 f.> 133, 377 <405 Rn. 69> 142, 1 <4 Rn. 12> BVerfGK 8, 59 <60>[]
  2. vgl. BVerfGE 142, 1 <5 Rn. 12>[]