Das Ver­bot des Hal­tens und Betreu­ens von Rin­dern

Hat ein Tier­hal­ter wie­der­holt und grob gegen die all­ge­mei­nen Vor­schrif­ten zur Tier­hal­tung ver­sto­ßen und dadurch Tie­ren erheb­li­che oder län­ger anhal­ten­de Schmer­zen, Lei­den und erheb­li­che Schä­den zuge­fügt, lie­gen die Vor­aus­set­zun­gen für ein Hal­tungs- und Betreu­ungs­ver­bot von land­wirt­schaft­li­chen Nutz­tie­ren vor.

Das Ver­bot des Hal­tens und Betreu­ens von Rin­dern

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall den Antrag auf Gewäh­rung vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes gegen ein Ver­bot des Hal­tens und Betreu­ens von land­wirt­schaft­li­chen Nutz­tie­ren abge­lehnt. Den Antrag hat der Eigen­tü­mer eines Rin­der­zucht­be­trie­bes gestellt, gegen den das Hal­tungs­ver­bot erlas­sen wor­den war. Die Behör­de hat­te den Sofort­voll­zug die­ses Ver­bo­tes ange­ord­net. In der Ver­bots­ver­fü­gung wur­den dem Antrag­stel­ler durch den Beklag­ten Land­kreis wie­der­hol­te Ver­stö­ße gegen das Tier­schutz­ge­setz vor­ge­wor­fen. Dabei stütz­te sich der Land­kreis auf amts­tier­ärzt­li­che Kon­troll­be­rich­te zu ver­schie­de­nen Kon­troll­ta­gen. 

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Mag­de­burg sei­en die Vor­aus­set­zun­gen für das Hal­tungs- und Betreu­ungs­ver­bot erfüllt. Dies wer­de ins­be­son­de­re durch die amts­tier­ärzt­li­chen Kon­troll­be­rich­te, deren Aus­sa­ge das Ver­wal­tungs­ge­richt nicht in Zwei­fel gezo­gen hat, gestützt. So sei davon aus­zu­ge­hen, dass der Antrag­stel­ler wie­der­holt und grob gegen die all­ge­mei­nen Vor­schrif­ten zur Tier­hal­tung ver­sto­ßen und dadurch Tie­ren erheb­li­che oder län­ger anhal­ten­de Schmer­zen, Lei­den und erheb­li­che Schä­den zuge­fügt habe. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg sah kei­nen Anlass, die amts­tier­ärzt­li­che Pro­gno­se, der Antrag­stel­ler wer­de auch in Zukunft erneut in erheb­li­cher Wei­se gegen tier­schutz­recht­li­che Bestim­mun­gen ver­sto­ßen und dadurch den Tie­ren Leid, Schmer­zen und Scha­den zufü­gen, anzu­zwei­feln. Aus die­sen Grün­den hat das Ver­wal­tungs­ge­richt den Antrag auf Gewäh­rung vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes abge­lehnt, soweit dem Antrag­stel­ler das Hal­ten und Betreu­en von Rin­dern unter­sagt wor­den war.

Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg, Beschluss vom 30. März 2020 – 1 B 277/​19 MD