Der Tod des Beschwer­de­füh­rers – und die Erle­di­gung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Über die Fol­gen des Todes des Beschwer­de­füh­rers für ein anhän­gi­ges Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren lässt sich man­gels einer gesetz­li­chen Rege­lung nur für den ein­zel­nen Fall unter Berück­sich­ti­gung der Art des ange­grif­fe­nen Hoheits­ak­tes und des Stan­des des Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­rens ent­schei­den 1.

Der Tod des Beschwer­de­füh­rers – und die Erle­di­gung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Eine Rechts­nach­fol­ge im Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren kommt grund­sätz­lich nicht in Betracht, weil die­se Ver­fah­rens­art regel­mä­ßig der Durch­set­zung höchst­per­sön­li­cher Rech­te dient. Aus­nah­men sind im Hin­blick auf sol­che Rügen zuge­las­sen wor­den, die der Rechts­nach­fol­ger im eige­nen Inter­es­se gel­tend machen kann 2.

Ein sol­ches zur Fort­füh­rung der Ver­fas­sungs­be­schwer­den berech­ti­gen­des Inter­es­se liegt nicht vor, wenn die Ver­fas­sungs­be­schwer­den allein die Durch­set­zung höchst­per­sön­li­cher Rech­te des Ver­stor­be­nen (hier: sei­ne Rech­te im Maß­re­gel­voll­zug) ver­fol­gen.

Es ist daher fest­zu­stel­len, dass sich die Ver­fah­ren durch den Tod des Beschwer­de­füh­rers erle­digt haben.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 11. Novem­ber 2019 – 2 BvR 82/​19

  1. vgl. BVerfGE 6, 389, 442 f.; 12, 311, 315; 109, 279, 304; 124, 300, 318; BVerfGK 9, 62, 69[]
  2. vgl. BVerfGE 109, 279, 304; BVerfGK 9, 62, 70, jeweils m.w.N.[]