Die elek­tro­ni­sche Wahl an einer Uni

Fehlt es für die an einer Uni­ver­si­tät durch­ge­führ­te elek­tro­ni­sche Wahl an einer aus­rei­chen­den Rechts­grund­la­ge, ist die dem­entspre­chend geän­der­te Wahl­ord­nung unwirk­sam.

Die elek­tro­ni­sche Wahl an einer Uni

So hat das Thü­rin­ger Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Ein­füh­rung der Online-Wahl an der Fried­rich-Schil­ler-Uni­ver­si­tät in Jena, gegen die sich sechs Stu­die­ren­de der Uni­ver­si­tät mit ihrem Antrag gewehrt hat­ten. Die Uni­ver­si­tät hat­te im Dezem­ber 2011 Bestim­mun­gen über die elek­tro­ni­sche Wahl in ihre Wahl­ord­nung ein­ge­fügt. Die Antrag­stel­ler hat­ten sich gegen die Ände­rung der Wahl­ord­nung gewandt, mit der die elek­tro­ni­sche Stimm­ab­ga­be (u.a. online über das Inter­net) bei den Wah­len zu den zen­tra­len Kol­le­gi­al­or­ga­nen und den Selbst­ver­wal­tungs­gre­mi­en der Uni­ver­si­tät ein­ge­führt wor­den war.

Nach Auf­fas­sung des Thü­rin­ger Ober­ver­wal­tungs­ge­richts gebe es für die von der Uni­ver­si­tät durch­ge­führ­te elek­tro­ni­sche Wahl kei­ne aus­rei­chen­de Rechts­grund­la­ge. Die in die Wahl­ord­nung der Uni­ver­si­tät neu ein­ge­führ­ten Bestim­mun­gen regel­ten weder hin­rei­chend kon­kret die Durch­füh­rung der Wahl noch die Anfor­de­run­gen, die das elek­tro­ni­sche Wahl­sys­tem erfül­len müs­se, um rechts­staat­li­chen Wahl­grund­sät­zen zu genü­gen.

Thü­rin­ger Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 30. Mai 2013 – 1 N 240/​12