Die gemein­sa­me Schu­le von Stadt und Kreis

Die Errich­tung eines Schul­ver­ban­des als gemein­sa­mer Schul­trä­ger zwi­schen einem Land­kreis und einer kreis­an­ge­hö­ri­gen Gemein­de ist zumin­dest in Rhein­land-Pfalz nicht mög­lich. So hat jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier die Errich­tung eines Schul­ver­bands für die Trä­ger­schaft der „Fried­rich-Spee-Real­schu­le plus Neu­ma­gen-Dhron” zwi­schen der Ver­bands­ge­mein­de Neu­ma­gen-Dhron und dem Land­kreis Bern­kas­tel-Witt­lich als unzu­läs­sig beur­teilt.

Die gemein­sa­me Schu­le von Stadt und Kreis

Geklagt hat­te die Ver­bands­ge­mein­de Neu­ma­gen-Dhron, die zunächst die Trä­ger­schaft über die neu errich­te­te Real­schu­le plus über­nom­men hat­te. Im Hin­blick auf den hohen Anteil von Schü­lern aus ande­ren kreis­an­ge­hö­ri­gen Gemein­den beab­sich­tig­te der im gericht­li­chen Ver­fah­ren bei­gela­de­ne Land­kreis eine Kos­ten­be­tei­li­gung in Höhe von 50 %. Nach­dem sich her­aus­ge­stellt hat, dass die geplan­te Kos­ten­be­tei­li­gung recht­lich nicht mög­lich ist, sah sich die Ver­bands­ge­mein­de finan­zi­ell nicht in der Lage, die mit der Schul­trä­ger­schaft ver­bun­de­nen Kos­ten auf­zu­brin­gen. Um eine gleich­mä­ßi­ge Kos­ten­be­tei­li­gung zu ermög­li­chen, bean­trag­ten die Klä­ge­rin und der Bei­gela­de­ne beim beklag­ten Land die Errich­tung eines Schul­ver­bands, was die­ser ablehn­te.

Zu Recht, ent­schied das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier: Nach der ein­schlä­gi­gen gesetz­li­chen Rege­lung im Schul­ge­setz habe der Gesetz­ge­ber mit dem Ziel der Ver­ein­heit­li­chung der Schul­trä­ger­schaft die Schul­trä­ger ver­bind­lich fest­ge­legt. Bei einer Real­schu­le plus sei danach ent­we­der die klei­ne­re ört­li­che Gebiets­kör­per­schaft oder die über­ört­li­che Gebiets­kör­per­schaft des Land­krei­ses ver­bind­lich als Schul­trä­ger vor­ge­se­hen. Dem­ge­gen­über bedür­fe es nach der gesetz­li­chen Rege­lung eines beson­de­ren Fal­les, um einen Schul­ver­band als Schul­trä­ger fest­zu­le­gen. Ein beson­de­rer Fall kön­ne bspw. vor­lie­gen, wenn die Schu­le von sehr vie­len Schü­lern in Anspruch genom­men wer­de, die nicht im Zustän­dig­keits­be­reich des gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Schul­trä­gers wohn­ten, z.B. außer­halb der in Betracht kom­men­den Ver­bands­ge­mein­de bzw. des Land­krei­ses. Um einen Schul­ver­band bil­den zu kön­nen, müs­se die­ser beson­de­re Fall jedoch bei jeder der gesetz­lich als Schul­trä­ger vor­ge­se­he­nen Kör­per­schaf­ten vor­lie­gen. Des­halb feh­le es an einem beson­de­ren Fall, wenn einer der vom Gesetz ver­bind­lich vor­ge­se­he­nen Schul­trä­ger – wie hier der Land­kreis – die allei­ni­ge Schul­trä­ger­schaft über­neh­men kön­ne, ohne dass bei ihm ein beson­de­rer Fall gege­ben sei.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 17. Novem­ber 2010 – 5 K 727/​10.TR