Die huma­ni­tä­re Auf­ent­halts­er­laub­nis und der Anwen­dungs­vor­rangs des EU-Rechts

Der Ver­sa­gungs­grund des § 5 Abs. 4 i.V.m. § 54 Nr. 5 Auf­en­thG gilt auch bei Er­tei­lung einer hu­ma­ni­tä­ren Auf­ent­halts­er­laub­nis gemäß § 25 Abs. 2 Auf­en­thG. Der An­wen­dungs­vor­rang des Uni­ons­rechts ge­bie­tet je­doch eine Ein­schrän­kung auf Fäl­le, in denen der an­er­kann­te Flücht­ling aus schwer­wie­gen­den Grün­den als Ge­fahr für die Si­cher­heit der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land an­zu­se­hen ist.

Die huma­ni­tä­re Auf­ent­halts­er­laub­nis und der Anwen­dungs­vor­rangs des EU-Rechts

Ob ein Aus­län­der die Vor­aus­set­zun­gen des § 5 Abs. 4 i.V.m. § 54 Nr. 5 Auf­en­thG er­füllt, lässt sich nur nach einer um­fas­sen­den und kon­kre­ten Prü­fung der Ak­ti­vi­tä­ten der Ver­ei­ni­gung und der Ak­ti­vi­tä­ten des Aus­län­ders auf­grund einer tatrich­ter­li­chen wer­ten­den Ge­samt­be­trach­tung ent­schei­den 1.

§ 54 Nr. 5 Auf­en­thG ver­langt hin­sicht­lich der An­knüp­fungs­tat­sa­chen, die als In­di­zi­en für die tatrich­ter­li­che Schluss­fol­ge­rung der Zu­ge­hö­rig­keit zu einer Or­ga­ni­sa­ti­on bzw. deren in­di­vi­du­el­ler Un­ter­stüt­zung die­nen, die vol­le rich­ter­li­che Über­zeu­gungs­ge­wiss­heit 2.

  1. im An­schluss an BVerwG, Ur­teil vom 15.03.2005 – 1 C 26.03, BVerw­GE 123, 114[]
  2. im An­schluss an BVerwG, Ur­teil vom 25.10.2011 – 1 C 13.10[]