Die neue S‑Bahn-Tras­se in Fürth-Nord

as Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat heu­te den Eil­an­trä­gen der Stadt Fürth, eines Umwelt­ver­ban­des und meh­re­rer pri­va­ter Grund­stücks­ei­gen­tü­mer gegen die sofor­ti­ge Voll­zieh­bar­keit des Plan­fest­stel­lungs­be­schlus­ses des Eisen­bahn-Bun­des­am­tes vom 30.01.2014 für den Plan­fest­stel­lungs­ab­schnitt 16 Fürth-Nord der Aus­bau­stre­cke Nürn­berg-Ebens­feld statt­ge­ge­ben, soweit die S‑Bahn zur Erschlie­ßung der Orts­tei­le Stein­ach (Stadt Fürth) und Schmalau (Stadt Nürn­berg) auf einer eige­nen, von der Bestands­stre­cke nach Osten abschwen­ken­den Tras­se errich­tet wer­den soll.

Die neue S‑Bahn-Tras­se in Fürth-Nord

Soweit die Plan­fest­stel­lung den Aus­bau der Bestands­stre­cke und die Neu­errich­tung der Güter­ver­kehrs­stre­cke ent­lang der BAB A 73 zum Gegen­stand hat (Ver­kehrs­pro­jekt Deut­sche Ein­heit – Schie­ne – Nr. 8 Nürn­berg – Erfurt – Leipzig/​Halle – Ber­lin), ist sie von die­ser Ent­schei­dung nicht betrof­fen.

In den zuge­hö­ri­gen Kla­ge­ver­fah­ren machen die Antrag­stel­ler gel­tend, die Plan­fest­stel­lung für den Bau des S‑Bahn-Glei­ses auf der Ver­schwenk­t­ras­se sei unter Ver­stoß gegen Ver­fah­rens­recht, ins­be­son­de­re das Recht der Umwelt­ver­träg­lich­keits­prü­fung, erfolgt und beru­he u.a. wegen Män­geln der Nut­zen-Kos­ten-Unter­su­chung, wegen Ver­ken­nung mas­si­ver Ein­grif­fe in die Land­schaft und wegen der über­wie­gen­den Inan­spruch­nah­me von Grund­stü­cken Drit­ter auf einer feh­ler­haf­ten Abwä­gung. Vor­zugs­wür­dig sei eine mit der Bestands­stre­cke gebün­del­te Tras­sen­füh­rung der S‑Bahn. Zudem wer­de gegen das Arten­schutz­recht ver­sto­ßen.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die auf­schie­ben­de Wir­kung der Kla­gen ange­ord­net, weil das Inter­es­se der Antrag­stel­ler am Unter­blei­ben von Voll­zugs­maß­nah­men bis zur Prü­fung ihrer recht­li­chen Ein­wän­de im Haupt­sa­che­ver­fah­ren das Inter­es­se der bei­gela­de­nen DB Netz AG und das öffent­li­che Inter­es­se an der sofor­ti­gen Voll­zie­hung des Plan­fest­stel­lungs­be­schlus­ses über­wiegt. Die­se Ent­schei­dung besagt nichts über die Erfolgs­aus­sich­ten in den Kla­ge­ver­fah­ren. Der Aus­gang der Rechts­strei­tig­kei­ten in der Haupt­sa­che ist offen. Die Kla­gen wer­fen eine Viel­zahl schwie­ri­ger tat­säch­li­cher und recht­li­cher Fra­gen auf, die in einem vor­läu­fi­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren ver­läss­lich nicht geklärt wer­den kön­nen. Unter die­sen Umstän­den ist es trotz des erheb­li­chen öffent­li­chen Inter­es­ses an einer zügi­gen Rea­li­sie­rung einer leis­tungs­fä­hi­ge­ren S‑Bahn-Stre­cke und der voll­stän­di­gen Errei­chung der mit dem Ver­kehrs­pro­jekt Deut­sche Ein­heit – Schie­ne Nr. 8 ver­folg­ten Zie­le vor­dring­lich, die Schaf­fung voll­ende­ter Tat­sa­chen zu ver­hin­dern. Die Anle­gung einer neu­en Tras­se kann gewich­ti­ge, zum Teil auch uni­ons­recht­lich geschütz­te Natur­schutz­be­lan­ge und die Nut­zungs­in­ter­es­sen der betrof­fe­nen pri­va­ten Eigen­tü­mer beein­träch­ti­gen. Zudem wäre die im Fal­le eines Erfolgs der Kla­gen erfor­der­li­che neue Abwä­gung der in Betracht kom­men­den Tras­se­n­al­ter­na­ti­ven weit­ge­hend prä­ju­di­ziert, wenn die Bau­ar­bei­ten für die Ver­schwenk­t­ras­se ein fort­ge­schrit­te­nes Sta­di­um erreicht hät­ten.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschlüs­se vom 16. Okto­ber 2014 – 7 VR 2.2014, 7 VR 3.2014 und 7 VR 4.2014